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Die Abenteuer der Maya Klein 06
Datum: 02.06.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
... Aber das ist nicht schlimm, ich brauche meist nicht lange, bis ich so etwas kann." Sie lächelte. „Was ist mit deiner Frau? Ist sie ruhig?", fragte sie besorgt. „Kann mir vorstellen, dass sie sich Sorgen macht. Immerhin hast du ohne sie Spaß." Mustafa zeigte ihr deutlich seinen Frust. „Ich bin es nicht, der sie einsperrt, glaub mir das bitte!" Er sah zu ihr auf. „Es ist nur, dass sie sich an der ganzen Kultur stört. Sie hält das Leben hier für eine Sünde und würde am liebsten in die Heimat zurückkehren. Sie bleibt im Grunde genommen nur meinetwegen hier." „Scheiße. Tut mir leid. Ich habe eine Freundin, die gerade vor ein paar Tagen ihr Kind während der Schwangerschaft verloren hat. Auch sie ist religiös und gibt sich jetzt die alleinige Schuld daran. In ihren Augen hat Allah sie bestraft, weil sie Menschen, die sie liebt, getäuscht hat. Seitdem will sie nichts mehr von mir wissen, dabei sind wir seit der ersten Klasse miteinander befreundet. Ich vermisse sie. Doch komme ich nicht mehr an sie heran." Mustafa sah sie nachdenklich an. „Gib sie nicht auf! Zeige ihr jeden Tag, dass du an sie denkst. Und wenn es nur eine kurze Nachricht per Telefon ist." Er schien für einen Moment zu grübeln. „Ich habe einen guten Freund verloren, der an Krebs verstorben ist. Dem schreibe ich auch jeden Tag eine Nachricht. Es hat sich bei mir fest in den Tagesablauf eingebrannt. Selten, dass ich es einmal vergesse." Er lächelte. „Deine Freundin lebt und wird irgendwann darauf warten, ...
... dass etwas kommt und an einen guten Tag auch darauf antworten. Selbst wenn es Monate oder Jahre dauern sollte." „Glaubst du wirklich?", fragte Maya. „Ja! Unbedingt. Sie hat auf diese Weise die Gewissheit, dass du jederzeit offen für sie bist und sie liebst." Auch wenn ihre Hoffnung nicht groß war, so fühlte sie sich in diesem Moment erleichtert. Der Rat des Kollegen kam ihr nicht nur tiefgründig, sondern auch nachvollziehbar vor. Treue! Ein Attribut, welches in der heutigen Zeit gar nicht mehr so offensichtlich zutage trat, obwohl das Bedürfnis danach doch immer das Gleiche war. Die Spielhalle war nicht weit entfernt. Wakili ging oft dort hin, wie er zugab. Er spielte gerne an Automaten und hatte dabei ein festes monatliches Limit, wie er Bommel erklärte. Außerdem hatte er hier Freunde. „Hey Wakili! Bringst du jemanden mit?", fragte eine ältere blonde Frau an der Theke. „Ja, Freunde meines Freundes Clara. Hast du einen Tisch für uns?" Die kräftige Dame lächelte und nickte Bommel und Mustafa zu, welche nach Melissa eintraten. Dann wich ihr die Farbe aus dem Gesicht, und ihr Mund öffnete sich. „Die Tür ist noch kleiner als die anderen", stöhnte Maya und quetschte sich durch die niedrige Tür. „Das nächste Mal kannst du einen Schuhlöffel mitnehmen oder mich draußen warten lassen." „Stell dich nicht so an! Das Gebäude ist alt. Da sind die Türen und Decken niedriger als normal", meinte Melissa. „Ich hole mir schon mal was zu trinken." Sie grüßte die kräftige ...