1. Die Abenteuer der Maya Klein 06


    Datum: 02.06.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... wusste nicht recht, wie sie stoßen sollte. So suchte sie vergebens die richtige Stellung und blockierte mit ihrem Hinterteil die Seite des Nachbartisches, wo zwei Männer spielten. Die nahmen Rücksicht und sahen interessiert dabei zu, wie sich Maya plagte.
    
    „Mach jetzt! Versuche es einfach!", forderte Melissa.
    
    Maya nickte, stieß zu und die weiße Kugel sprengte die Kugeln der Pyramide regelrecht auseinander. Vier Kugeln flogen über die Bande, eine davon landete auf dem Nachbartisch. Fast hätte sie dabei einen anderen Gast getroffen.
    
    „Entschuldigung!" Sie trat sofort an den älteren Herren heran, der sich sichtlich erschrocken hatte. „Tut mir leid, ich spiele das erste Mal."
    
    Unfähig zu einer anderen Reaktion nickte der Mann ihr nur zu, sich mit der Hand an sein Herz fassend. „Mein Gott, habe ich mich erschreckt."
    
    „Entschuldigung! Ich lerne noch", versuchte es Maya noch einmal.
    
    „Kein Problem! Nächstes Mal mit weniger Kraft!", bat der Alte.
    
    „Ich sehe ja, dass unsere Große kräftig gebaut ist, aber wenn das nicht Feste war...", äußerte Wakili seine Verwunderung gegenüber Bommel.
    
    „Glaub mir! Du ahnst nicht einmal, wie kräftig sie ist", erklärte der Freund. „Ich bin jetzt dran, oder?"
    
    Mustafa spielte bei Melissa und Maya mit, und tatsächlich beherrschten auch sie das Spiel sehr gut. Drei Kugeln im Rückstand, baute Wakili den Vorsprung jedoch souverän aus.
    
    Maya indessen beobachtete die anderen Spieler genau, betrachtete ihre Haltung, stellte Fragen und ...
    ... begann sich für das Spiel zu interessieren. Hier war nicht nur Kraft und Ausdauer gefragt, sondern Geschick, Taktik und Kombinationsgabe.
    
    Sie konnte bei ihren nächsten Stößen schon sehr präzise treffen, aber die Stelle, mit der ihre weiße Kugel die anderen traf, war falsch bemessen. So verfehlten die Kugeln die Löcher, und der nächste Spieler war dran.
    
    Melissa und Mustafa gaben sich Mühe, doch siegte Wakili souverän. Maya aber begeisterte sich für das Spiel, gerade weil es ihr schwerfiel und der Erfolg für sie nicht selbstverständlich war.
    
    Auch die zweite Runde gewannen Bommel und Wakili nach wenigen Durchgängen. Mustafa und Melissa hätten vielleicht zu zweit eine Chance gehabt, aber Maya war einfach nicht gut genug und bot der Gegenpartei die Chancen, welche sie zum Siegen brauchte. Gefrustet war sie deshalb nicht. Ganz im Gegenteil. „Hast du gesehen, Meli? Ich habe sie versenkt!"
    
    Die Kollegin schüttelte ihren Kopf. „Trotzdem machen wir keine Schnitte. Mann! Ich dachte, du machst einen Stoß und ziehst ihn dann beim nächsten ab." Sie zeigte Maya deutlich ihre Enttäuschung.
    
    „Ich bin froh, dass es heute nicht so ist. Ich habe richtig Spaß daran, das Spiel zu lernen."
    
    Melissa seufzte, ging rüber zu einem Barhocker, der an einem Rundtisch stand, und griff nach ihrer Jacke, welche sie darüber gehängt hatte. „Hier! Dein Zwanni! Da will man einmal vom Supergirl profitieren, und dann lässt sie einen hängen."
    
    „Es tut mir leid. Gerade weil ich jetzt richtig happy bin. ...
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