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Wie das Leben so spielt
Datum: 03.06.2026, Kategorien: Romantisch
... Fassade dieser jungen Frau - dem schlanken Körper, dem strahlenden Lächeln, dem selbstbewussten Auftreten, verbarg sich eine zutiefst verletzliche Seele. Hungrig nach Aufmerksamkeit, Verständnis und Nähe. Er betrachtete sie, wie sie da saß - barfuß, das Kleid an den Oberschenkeln leicht verrutscht, das lange Haar über eine Schulter geworfen. Sie war schön. Nicht bloß im körperlichen Sinn - auch in ihrer Widersprüchlichkeit, in ihrem Mut, sich zu öffnen, in ihrer inneren Zerrissenheit. "Du bist stärker, als du glaubst", sagte er schließlich. "Ich bewundere dich. Ehrlich." Nicole sah ihn an. Ihr Blick war weich geworden, beinahe zärtlich. "Du siehst mich wenigstens", flüsterte sie. "Nicht so wie die anderen." Martin wollte etwas erwidern, doch in diesem Moment schien jedes Wort zu viel. Die Luft zwischen ihnen war dicht - nicht schwer, aber geladen mit einer stillen Spannung, die sich wie ein unsichtbarer Strom durch den Raum zog. Nicole stand langsam auf, trat ans Fenster und sah hinaus in die Nacht. Die Stadt lag ruhig da, nur vereinzelt drang das Summen eines Autos durch die Fensterscheiben. Dann drehte sie sich zu ihm um. "Danke, dass ich hier sein darf", sagte sie. "Ich weiß nicht, ob du verstehst, wie viel mir das bedeutet." "Ich verstehe mehr, als du denkst", antwortete Martin. Nicole trat vom Fenster zurück in den Raum. Sie bewegte sich leise, fast schüchter, und ließ sich wieder neben Martin auf das Sofa sinken. Diesmal etwas näher als zuvor. ...
... Ihre Nähe war spürbar. Körperwärme, Duft, ihr leichter Atem. Martin saß still da, die Hände auf den Oberschenkeln, der Blick in eine unbestimmte Leere gerichtet, während seine Gedanken wie wild durcheinanderwirbelten. **Du darfst sie nicht verführen!** schoss es ihm durch den Kopf. **Sie ist jung, verletzlich, du darfst das nicht falsch deuten!** Doch gleichzeitig war da etwas anderes - eine tiefe, ehrliche Anziehung, die nichts mit Berechnung oder Trieb zu tun hatte, sondern mit Verstehen. Mit Nähe. Mit einem Gefühl, das sich nicht mehr wegschieben ließ. Nicole drehte sich leicht zu ihm. "Du bist so still", sagte sie sanft. "Ich ... ich denke nur nach", gab Martin zu. Er räusperte sich. "Es ist seltsam. Ich will für dich da sein, aber ich hab Angst, etwas Falsches zu tun." Nicole legte den Kopf leicht schräg. "Du tust nichts Falsches, Martin. Im Gegenteil." Dann, leiser: "Ich fühl mich bei dir sicher." Ein Moment der Stille. Nur der leise Takt der Uhr in der Küche war zu hören. "Ich sehe dich an", flüsterte Nicole, "und ich sehe Stärke. Ruhe. Verlässlichkeit. Dinge, die mir gefehlt haben, seit ich denken kann. Und ich weiß, wie das jetzt wirkt - als wäre ich nur ein zerbrechliches Mädchen, das sich an den nächsten Typen klammert, der nicht sofort umkippt..." Sie stockte. "Aber es ist mehr." Martin drehte sich zu ihr. Seine Hand hob sich wie von selbst und strich eine lose Haarsträhne aus ihrem Gesicht. Seine Finger verharrten kurz an ihrer Wange. Ihr Blick ...