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Wie das Leben so spielt
Datum: 03.06.2026, Kategorien: Romantisch
... leiser, das Lachen müder. Einige Gäste verabschiedeten sich bereits, während andere nur noch schweigend dasaßen, die Gläser halb leer, die Gespräche versandet. Nicole war seit Martins Rückkehr nicht von seiner Seite gewichen. Martin selbst stand abseits, die Hände in den Taschen, den Blick gedankenverloren auf das flackernde Kerzenlicht gerichtet. "Ich will nicht nach Hause", sagte Nicole plötzlich. Ihre Stimme war leise, aber bestimmt. "Nicht heute. Ich halte Ralph nicht aus. Nicht wieder dieses sinnlose Lallen, das Poltern, das Gejammer am nächsten Morgen." Martin wandte sich ihr zu. Sie sah ihn fest an, eine Mischung aus Müdigkeit und Trotz in den Augen. "Wo willst du hin?", frage Martin fürsorglich. Nicole hielt seine Hand fest umschlossen, ihr Blick fragend, beinahe flehend, bis Martin begriff. "Du willst... zu mir?", fragte er überrascht. "Wenn's für dich okay ist." Martin zögerte. In seinem Kopf kreisten tausend Gedanken - moralische, rationale, praktische. Doch ehe er antworten konnte, mischte sich Miranda ein, die die letzten Worte mitgehört hatte. "Nicole, du kannst nicht einfach bei Martin übernachten! Das ist doch ...!" "Mama, bitte! Ich bin achtzehn. Ich kann selbst entscheiden. Ich brauch einfach mal Abstand und Ruhe. Und Martin ist nicht wie die Typen, vor denen du mich immer warnst!" Miranda war perplex. Ihre Stirn zog sich zusammen, als wollte sie etwas sagen, doch sie schloss nur die Augen und seufzte schwer. "Na gut, aber pass ...
... auf dich auf. Und Martin, du bist für sie verantwortlich!" Nicole warf Martin einen schnellen Blick zu. Ein stilles Dankeschön. *** Wenig später standen sie in Martins Wohnung. Sie war schlicht, aber gepflegt. Bücherregale, dezente Beleuchtung, keine Spur von Chaos. Nicole ließ sich seufzend auf das breite Sofa sinken, streifte die Heels ab und zog die Beine an. Ihre Schultern sanken herab, als fiele eine bleierne Last von ihr ab. "Es ist schön hier", murmelte sie. "So ruhig. So ordentlich. Kein klirren von Flaschen, kein herumschreien, kein Fernseher, der auf hundertfünfzig Dezibel dröhnt." Martin schmunzelte und stellte ihr ein Glas Wasser auf den Couchtisch. "Nur ich. Und manchmal das Ticken der Wanduhr." Nicole trank einen Schluck, stellte das Glas ab, lehnte sich zurück und schloss die Augen. Dann begann sie zu reden - erst stockend, dann flüssiger, wie ein Damm, der langsam brach. Sie erzählte von Ralphs Stimmungsschwankungen, von den Nächten, in denen sie nicht schlafen konnte, weil er tobte. Von Miranda, die abwesend war, selbstsüchtig, manchmal fast gleichgültig. Von den Versuchen, zu funktionieren - in der Schule, im Alltag, im Umgang mit sich selbst. "Ich hab immer gedacht, das legt sich irgendwann. Dass Ralph sich ändert. Dass Mama aufwacht. Aber es wird nur schlimmer. Ich fühle mich wie ein Klotz am Bein. Ich hab das Gefühl, ich steh immer im Weg." Martin hörte schweigend zu. Je mehr sie sprach, desto klarer wurde ihm: Hinter der makellosen ...