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Ein Schicksal auf Rädern 11
Datum: 03.06.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,
Showdown Teil 2: Als der junge, rothaarige Tom vergeblich auf die "Geschenke" von den Kaufleuten in Plattsmouth gewartet und nichts von ihnen gehört hatte und auch nichts weiter über seine Liebste Valentina etwas erfahren konnte, machte er sich am zweiten Tag auf dem Planwagen mit seinen spärlichen Einkäufen zurück zu Friedrich Weber's Farm. Die Fahrt zurück fühlte sich für ihn länger an als je zuvor. Der Planwagen knarrte unter den Vorräten -- die versprochenen „Geschenke" wie es Friedrich vorhergesagt hatte von den vier Plattsmouth-Kaufleuten waren ausgeblieben, und auch Nachrichten über Valentina waren sehr vage gewesen. *Ich muss die Spur wieder von Beginn an verfolgen und ihren Vater in Omaha fragen, wo die Ranch ihres Gatten liegt* Eine bleierne Unruhe lag über der Prärie, als er endlich den vertrauten Hügel vor der Farm hinauffuhr. Die Stille schlug ihm wie eine Faust entgegen, noch bevor er den Hof erreichte. Kein Hundegebell. Kein Hammerschlag aus der Scheune. Kein vertrautes Muhen der Kühe. Nur das raschelnde Gras im Wind und das dumpfe Knirschen der eigenen Wagenräder. Dann sah er es: ´Die vielen Pferdeabdrücke.´ Zu viele. Zu tief eingedrückt für ein paar Besucher. Ein Gewirr von Hufspuren, das den Hof zerfurchte wie ein Schlachtfeld. Sein Herz schlug schneller. *Die Kaufleute? Aber warum so viele? Und warum noch hier -- oder wieder weg. Waren Anna und Friedrich mit Ihnen gegangen?* Er hielt den Wagen an, seine Muskeln waren angespannt. ...
... Sein Blick schoss zur Scheune. Die große Tür stand einen Spaltbreit offen. Die Finsternis dahinter war bedrohlich,,Samuel?", rief er laut, seine Stimme klang fremd in der gespenstischen Ruhe. Keine Antwort. Nur das leise Klirren einer losen Kette irgendwo im Wind. Vorsichtig stieg er ab und betrat das Herrenhaus. Der Geruch von Staub und etwas anderem lag in der Luft -- etwas Metallischem, wie nasses Eisen. ´Blut und Whiskey?´ Instinktiv griff er zum schweren Schürhaken neben dem Kamin in der Wohnstube. Das kalte Eisen in seiner Hand gab ihm einen trügerischen Trost. Plötzlich drang Jakobs Weinen von oben, durch die Decke des Schlafzimmers -- kein gesundes Schreien eines Babys, sondern ein schwaches, anhaltendes Wimmern, das Tom die Nackenhaare aufstellte. *Anna? Friedrich? Wo seit ihr? Warum beruhigte niemand das Kind?* Jede Stufe der Treppe knarrte unter seinem Gewicht wie ein Warnschrei. Sein Griff um den Schürhaken wurde schweißnass. Oben angekommen, stand er vor der nur angelehnten Schlafzimmertür. Durch den Spalt sah er eine vertraute Silhouette: *Anna?* Sie saß mit dem Rücken zur Tür auf dem Bett, leicht vornübergebeugt, die Schultern in einer schützenden Haltung. Sie hielt Jakob auf dem Schoß. Toms Atem entwich in einem leisen Seufzer der Erleichterung. *Sie war da, augenscheinlich in guter Verfassung und stillte nur ihren Sohn.* Doch das Wimmern des Babys riss nicht ab. Es klang... verzweifelt. Hungrig. Krank? Und warum reagierte Anna nicht? Ihre ...