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Ein Schicksal auf Rädern 11
Datum: 03.06.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,
... Haltung war seltsam starr, fast leblos und was für ein komisches Kleid trug sie eigentlich da? Gerade wollte Tom sich zurückziehen, um nach Friedrich und Samuel zu suchen -- vielleicht auf den Feldern, vielleicht im Stall bei den Tieren --, da hörte er eine Stimme. *Friedrichs Stimme.* Weich, zitternd, völlig aus der Fassung: ,,Shhh... kleiner Mann... shhh... gleich... gleich ist es besser..."" Tom erstarrte. Das kam von *innerhalb* des Zimmers. Wo... Anna saß? Aber dies war nicht ihre Stimme. Eine eiskalte Ahnung kroch in ihm hoch. Langsam, lautlos, drückte er die Tür weiter auf und trat ins Zimmer. Der Anblick, der sich ihm bot, ließ den Schürhaken fast aus seiner Hand gleiten. Es war nicht Anna, die da saß. Es war *Friedrich.* In einem grotesken Aufzug, der Toms Verstand fast revoltieren ließ: Ein *grellrotes, tief dekolletiertes Saloon-Kleid* aus billigem Satin spannte sich über Friedrichs Schultern und schmalem Oberkörper. Die Ärmel waren ihm bis zu den Unterarmen hochgerollt, der Stoff an den Nähten verzerrt. Darunter ragten *schmutzstarrende Seidenstrümpfe* hervor, die ihm bis knapp unter die Knie reichten und mit verknoteten, schlaffen *rosafarbenen Schleifen* gehalten wurden. Eine Strumpfnaht war gerissen und klaffte wie eine Wunde an seinem Waden. Friedrich hatte sich bei Toms Eintritt nicht umgedreht. Er war völlig in seine Aufgabe vertieft: Mit zitternden Händen hielt er einen Schwamm über eine Schüssel mit Kuhmilch. Er tauchte ihn ein, ließ ...
... ihn tränken, und drückte dann vorsichtig die feuchte Spitze gegen Jakobs suchende Lippen. Das Baby nuckelte gierig, doch die Milch floss zu spärlich oder zu schnell. Es verschluckte sich, hustete, und das herzzerreißende Wimmern begann von Neuem, während ungehindert Tränen über Friedrichs eingefallene, schmutzverschmierte Wangen rannen. Er roch nach Schweiß, Angst und etwas saurem. ´Samuel...´, dachte Tom, sein Geist suchte verzweifelt nach Erklärungen in dieser absurden Szene. `Samuel hat ihn bestimmt dazu gezwungen. Hat seinen widerlichen Spaß mit ihm gehabt. Und jetzt... jetzt amüsiert er sich wahrscheinlich mit Anna irgendwo auf der Farm, während der arme Friedrich hier... Jakob "stillen muss".´ Verachtung stieg in Tom auf, vermischt mit einer kopfschüttelnden Fassungslosigkeit. Er kannte Friedrichs... *seltsame* Vorlieben. Den Kick, den er daraus zog, wenn andere Männer Anna begehrten und wenn er dabei zusehen durfte. Tom selbst hatte davon profitiert, hatte Anna in jeder erdenklichen Stellung, mit Friedrichs enthusiastischem Einverständnis, nehmen dürfen. `Aber das hier?` Das war Erniedrigung pur. Erniedrigung, die Friedrich sich selbst durch seine Schwäche auferlegt hatte. ´Warum lässt er sich das gefallen?´, dachte Tom bitter. `Ein Mann muss doch eine Grenze ziehen können! Ein bisschen Rückgrat haben, zum Teufel!` Er selbst hätte seine Valentina niemals geteilt. Schon der Gedanke, dass sie mit einem alten Mann verheiratet war, trieb ihn in einsamen ...