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Ein Schicksal auf Rädern 11
Datum: 03.06.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,
... Verbündeter. Sie war eine Leere. Seine Augen, blieben starr auf die Decke gerichtet und füllten sich mit heißen Tränen. Sie rannen über seine steifen Wangen und kühlten seinen fiebernden Kopf. Sein Zeigefinger lag reglos auf seinem Schritt. Sein Schwanz - schlaff und bedeutungslos. Die Qual, die ihn angefangen hatte zu heilen, war entgültig fort. Man verweigerte es ihm. Und mit ihr verschwand auch der letzte Funke Kontrolle über seinen Körper, der letzte Tropfen brennenden Hasses, der ihn am Leben hielt. Ein trockenes Schluchzen erschütterte seine Brust - das einzige Geräusch, das er machen konnte. Dann schlossen sich seine Augen, nicht weil er es so gewollt hatte, sondern aus einer erschöpften Verzweiflung. Er weinte sich in einen ohnmächtigen, traumlosen Schlaf, während unter ihm das Gelächter und das Stöhnen seiner Frau und seiner Feinde, die bis in die späten Nacht hinein feierten, vernahm. Die Ranch, sein Körper, seine Rache - alles fühlte sich an wie zur Asche verfallen. Sie wollten morgen schon aufbrechen und ihn hier allein in seinem Unvermögen zurücklassen... Weber`s Farm: Die Kutsche rumpelte mit einem letzten, quietschenden Achsenstoß und kam vor dem verwaisten Farmhaus zum Stehen. Anna hatte schon während der Fahrt wie eine Löwin im Käfig gewirkt, ihr Blick glitt unentwegt durch die staubigen Fenster auf die vertraute Silhouette ihrers Heim`s gerichtet. Jetzt, als Clay die Zügel anzog und die Achsen knirschen ließ, riss sie die Kutschentür ...
... auf, noch bevor die Räder stillstanden. Der Anblick einer verlassenen Farm, verwelktem Gras und einer unheilvollen Stille schlug ihr entgegen. "Jakob! Friedrich!" Ihr Ruf zerschnitt die gespenstische Ruhe, hallte leer von den Scheunenwänden und dem Herrenhaus wider. Ihr Blick irrte unsicher über den Hof: *Die Scheunen- und Stalltore waren sperrangelweit offen.* *Kein Muhen, kein Wiehern, kein Gegacker.* *Nur verlorene Federn, die im Staub tanzten, und die tiefen Furchen, die fortgetriebene Kühe und Schafe hinterlassen hatten.* Ein eisiger Schrecken krallte sich um ihr Herz. *Samuel*. Der Gedanke an den Verräter, der zurückgeblieben war, ließ ihre Hände zu Fäusten ballen. In den letzten Tagen -- geprägt von der Rache an Harlow, von Whitmores widerwilligem, dann beinahe devotem Gehorsam, von der kalkulierten Grausamkeit, mit der sie ihre Peiniger gedemütigt hatte -- war alles andere verblasst. *Tom.* Sein Name, seine Existenz, die Tatsache, dass er Valentinas große Liebe war... all das war in einem Nebel aus Schmerz, Wut und der quälenden Sorge um ihren Sohn untergegangen. Jede wache Minute hatte sie damit verbracht, Harlow und Whitmore zu brechen oder sich gegen das Würgen in ihrer Kehle zu wehren, wenn sie an Jakob dachte: *Hat er es warm? Hat er Hunger? Weint er sich in den Schlaf? Hat Samuel ihren Friedrich wieder...?* Sie wagte den Gedanken nicht zu Ende zu führen. Die Erinnerung an Toms Existenz war einfach... verschwunden. Ausgelöscht von der Trauma-Wüste in ...