1. Der Schlüssel zur Versuchung 04


    Datum: 10.06.2026, Kategorien: Liebende Frauen,

    ... Hobbys und seinen Neigungen erzählte. In Wirklichkeit sammelte ich nur die letzten Brocken, die ich brauchte.
    
    Als die Bedienung unsere Teller abräumte und wir den letzten Schluck Wein tranken, wusste ich, dass ich ihn entgültig am Haken hatte. Er war mir völlig verfallen, betört von der Illusion, die ich ihm vorgegaukelt hatte.
    
    "Wir sollten zurück", seufzte ich und warf einen dramatischen Blick auf die Uhr. "Die Mittagspause ist gleich um."
    
    Er nickte, enttäuscht, dass der Zauber so unvermittelt brach und bezahlte die Rechnung. Wir standen auf und traten hinaus in die feuchte Mittagssonne. Neben einem unscheinbaren Kleinwagen blieb ich stehen und drehte mich zu ihm um. Sein Gesicht wurde gleich erwartungsvoll, schier hoffnungsvoll.
    
    "Danke für das Mittagessen, Jan", sagte ich leise. "Es war... besonders."
    
    *Besonders informativ!*
    
    In den nächsten Tagen wirst du eine Menge über mich erfahren", säuselte ich kryptisch.
    
    Dann, wie im Vorbeigehen, als letzte Gabe meiner Gunst, trat ich einen Schritt auf ihn zu, legte meine Hände an seine Wangen und drückte meinen Mund flüchtig auf seine Lippen. Es war kein leidenschaftlicher Kuss, eher ein kleines Versprechen, ein Samenkorn für die Zukunft. Mann wusste nie, ob ich ihn nochmal gebrauchen könnte. Er erstarrte für eine Sekunde, dann erwiderte er zaghaft den Druck, und wurde begieriger.
    
    Ich zog mich jedoch zurück, ließ ihn einfach atemlos und verwirrt zurück. "Bis später im Büro", warf ich über die Schulter und ...
    ... schritt auf meinen Porsche zu, ohne mich noch einmal umzusehen. Das Lachen, das sich in mir ausbreitete, war kalt und offenbarte einen tiefen Abgrund.
    
    Die kurze Fahrt zurück zum Bürogebäude war ein einziges, stummes Jubilieren. Die Berührung seiner Lippen war längst verblasst, es war nur eine notwendige Lappalie gewesen. Aber die Informationen brannten sich in mein Gedächtnis.
    
    Eduard Warkentin, dachte ich, während ich den Knopf zum Starten betätigte und der Motor mit einem befriedigenden Brummen erwachte. Du ahnst nicht, was ich mit dir vorhabe. Du bist sowas von erledigt. Du weißt es nur noch nicht!
    
    Die Fährte war aufgenommen. Ich musste ihn treffen und an mich binden bevor Jan nächste Woche neue Leads von ihm bekommen würde. Das zumindest hatte er gestern noch an seinem Handy gesagt, bevor er in sein Büro gestürmt und mich fast mit dem USB Stick ertappt hätte.
    
    Die Informationen, die ich Jan entlockt hatte, brannten wie glühende Kohlen in meinem Schädel. Jetzt, zurück an meinem Arbeitsplatz, mit dem Headset an den Ohren und der vertrauten Software auf dem Bildschirm, ließ ich die gesammelten Puzzleteile langsam, genüsslich ineinandergreifen.
    
    Eduard Warkentin. Ein hart klingender Name, passend für einen Mann, der scheinbar ein
    
    Doppelleben führte. Genauso wie ich, wie aufregend. Während ich weiter mit Kunden telefonierte und ich leichtfertig Vertragsabschlüsse generierte und meine Abschlusszahlen in die Höhe schossen, formte sich in meinem Kopf das vollständige ...
«12...181920...40»