1. Der Student


    Datum: 23.06.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,

    ... konnte alles zwei- oder dreimal kontrollieren, aber der Befund blieb der gleiche. Charly hatte sich nicht bei ihm gemeldet und meldete sich nicht.
    
    Warum?
    
    War er ihr völlig gleichgültig, nur eine vorübergehende Abwechslung, ein brauchbarer Stecher für den akuten Bedarf in Frau Browns Möse? Verflucht, warum hatte er sie nicht sofort in den Arsch gefickt, als er die Gelegenheit dazu hatte! Er war dumm gewesen, so dumm! Statt mit der flachen Hand hätte er ihr eins mit dem Gürtel geben sollen, eine richtige Abreibung, mit Striemen und Blut und allem!
    
    Sie war gemein, wirklich, ein gemeines Luder, und es war schrecklich, dass er die Linien ihrer Schultern und Schlüsselbeine nicht aus dem Kopf bekam. Oder die Warze auf dem Rücken. Oder den kleinen Leberfleck hinter ihrem Ohr nicht vergessen konnte, oder das Ohr selbst, das klein und zart wirkte und wunderschön, genau wie die Zehen der kleinen Füße. Niemand, wirklich niemand hatte so hübsche Füße wie Charly, da war er ganz sicher.
    
    Warum fielen ihm so viele Nebensächlichkeiten überhaupt ein? Fetischist müsste man sein, seufzte er.
    
    In Ermangelung eines guten Freundes oder einer Kumpel-Freundin, mit der `man Pferde stehlen konnte´, öffnete Christian an seinem Laptop einen Chat und gab die Frage ein, woran man erkenne dass man verliebt sei.
    
    Er fügte keine Erklärungen hinzu, keine Entschuldigungen dafür, die blödeste Frage der Welt zu stellen. Er hoffte auf eine Menge Antworten. Nebst vielen altklugen bis nervigen ...
    ... Kommentaren würde er vielleicht mit einem oder zwei Statements etwas anfangen können. Denn er hatte das Gefühl, rein gar nichts mehr zu wissen.
    
    Auf der einen Seite war er sexuell ausgehungert gewesen, zumindest ein bisschen. Ein junger Mann hatte seine Bedürfnisse, und Christian war katholisch, aber weder Mönch noch Priesterkandidat. Aber was war, wenn da mehr war? Ihm fehlte leider jegliche die Erfahrung. Die Sache mit Claudia, der strukturierten Beamtentochter, zählte nicht. Er war ein paar Monate mit ihr halbwegs zusammen gewesen, sie waren miteinander gegangen. Aber er war genauso wenig verliebt gewesen wie das umgekehrt galt. Claudias Eltern immerhin hatten ihn willkommen geheißen, auf dem Adelssitz, was sehr merkwürdig gewesen war. Die pragmatische Beziehung, hier Schwanz, dort Scheide, hatte etwas Offizielles bekommen, eine gesellschaftliche Akzeptanz, die ebenso komisch wie schmeichelhaft gewesen war. Einmal hatte er mit der guten Claudia Urlaub gemacht, zwei Wochen lang. In Holland, auf dem Zeltplatz, hatten sie Mann und Frau gespielt, es war sie sinnlichste Zeit mit ihr gewesen. Fast, ja fast hatte Claudia sich gehen lassen. Aber sonst? Als die Freifrau ihn nach Münster ziehen ließ und nicht einmal versprach, ihn zu besuchen, war er nur wütend gewesen, aber nicht verzweifelt.
    
    Sein Computer meldete sich. Christian fand drei Kommentare auf seine naive Anfrage, und er öffnete sie zur vollen Länge.
    
    Man erkennt das daran, dass man dämliche Fragen in diesem Forum ...
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