1. Die Geschichte der Maya Klein 11


    Datum: 02.07.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... Man nahm Rücksicht und passte sich so gut wie möglich an.
    
    Bei der Westfalenhalle hatte sich vor dem Einlass schon eine lange Schlange gebildet. Baz hatte sie an der Straße abgesetzt, den Rest mussten sie laufen. So stellten sie sich in die Reihe, darüber besorgt, ob sie es noch rechtzeitig zum Konzertbeginn schaffen würden.
    
    „Ich hab sie schon mal in der Stadt gesehen", tuschelte hinter ihnen eine Frau an der Seite ihres Begleiters. „So groß zu sein muss eine Qual sein", meinte ein Mädchen mitleidig. Aber natürlich fielen auch wieder Wörter wie Elefantenkuh oder ganz neu Fotzenberg, ein junger Mann hatte dieses Wortkonstrukt zum Besten gegeben und freute sich am Lachen seiner Freunde.
    
    Maya ärgerte sich und überlegte kurz, ob sie zu ihm gehen und ihn zur Rede stellen sollte. Doch er stand fünfzehn Meter entfernt und sie hätte damit eine weitere Besonderheit ihres Seins preisgegeben. Verstand sie es, so etwas normalerweise auszublenden, fiel es ihr bei solchen Anlässen schwer. Hevi hatte sie und sich selbst so hübsch gemacht und natürlich wollte man dann wissen, wie andere Menschen auf einen reagierten.
    
    „Entschuldigung! Könnten wir ein Foto mit euch zusammen machen? Ihr schaut super süß aus!", fragte eine junge Blondine. Sie gehörte einer Gruppe von zehn weiteren jungen Frauen an, die staunend zu Mayas Gesicht aufsahen.
    
    Maya nickte, sagte aber nichts. Wie so oft übernahm Hevi jetzt das Reden. „Klar! Kommt her! Will mir jemand das Handy geben?"
    
    Maya posierte ...
    ... mit den Frauen, beantwortete Fragen und erntete zum ersten Mal auch Anerkennung für ihr Outfit. Nadja hatte Recht gehabt. Ihre Stiefel standen dabei sofort im Fokus.
    
    Auch solche Situationen waren die beiden jungen Frauen gewohnt. Hatte jemand den Bann gebrochen und sich getraut zu fragen, traten weitere an dessen Stelle, baten um Bilder und ließen sich mit der riesenwüchsigen jungen Frau ablichten. Maya versuchte, geduldig zu bleiben, machte gute Miene und freute sich darauf, dass bald das Konzert anfangen würde. Spätestens dann hatte die Aufmerksamkeit um sie ein Ende gefunden.
    
    „Maya! Hevi!" Marco kam angelaufen. Gekleidet in eine typische Sicherheitsdienstuniform und Warnweste, war er sofort als Ordner identifizierbar. „Kommt! Ich habe schon Plätze für euch reserviert."
    
    Protest klang aus der Reihe der Anstehenden, während die beiden Frauen dem jungen Mann nachfolgten. Marco hatte keine Ohren dafür, nickte zwei seiner Kollegen zu, welche voller Staunen Maya beäugten. Die grüßte, winkte zu ihnen hinunter, dann waren sie schon im Zugang. Hinter den Abgrenzungen gingen sie über die Notwege bis vor zur Bühne, wo sich etwas seitlich versetzt ein Kontrollposten der Rettungskräfte befand.
    
    „Das sind Maya und Hevi! Können sie von euch aus gucken? Solltet ihr Bahn brauchen, hilft die Große auch."
    
    Maya runzelte die Stirn, aber Marco ging darüber hinweg, weidete sich an den verblüfften Gesichtern seiner Kollegen und deutete auf die nahe Bühne. „Ich wünsch euch viel Spaß. ...
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