-
Sabines Geschichte - Teil 24
Datum: 03.07.2026, Kategorien: Schamsituation
... ihr unbekannte Strecke durch den Dreck kriechen, aus Angst davor gesehen zu werden? Sabine atmete tief ein und verdrängte all die Fragen und Zweifel in den Hintergrund. Sie konnte noch lange hier hocken und grübeln, wichtiger war jetzt eine Entscheidung zu treffen. In den Wald zurückzugehen war eine Möglichkeit, allerdings eine ohne Garantie zeitnah zu dem Haus zurückzukehren. Möglichkeit zwei wäre, sich den ‘nackten’ Tatsachen zu stellen und dem Weg zu folgen, wohlwissend, dass sie dann all diesen Menschen begegnen würden, die da drüben waren. ‘Nicht nur begegnen, sich nackt zwischen ihnen bewegen, angestarrt und verurteilt, abgeschätzt zu werden.’, dachte sie sich und musste sich bei diesem Gedanken schütteln. Nein, sich mal nackt in der Sauna zu zeigen, oder halt zuhause, wo sie abschätzen konnte, wer sie sehen konnte, das war eine Sache. Aber das da, das war zuviel für sie. Verzweifelt überlegte Sabine noch einmal und ließ sich die Worte des Verwalters nochmal durch den Kopf gehen. ‘Den linken Weg bis zum Waldrand und dann den Wald rechts halten.’. So, oder zumindest so ähnlich waren seine Worte gewesen und sie hatte peinlichst darauf geachtet, den richtigen Weg zu nehmen. Allerdings hatte er nichts davon gesagt, das sie über das Feld gehen müsste, nur das der Wald rechts von ihr sein soll. Sabine legte den Kopf auf die rechte Seite und folgte mit dem Blick der Baumgrenze. Soweit sie sehen konnte, verlief das Feld über die ganze Länge den Waldrand entlang, ...
... lediglich abgetrennt von dem kleinen Grasstreifen, an dessem Rand sie gerade hockte. Ja, das sah nach Möglichkeit drei aus. Sie könnte über das Gras am Rand entlang gehen und müsste damit nicht einen öffentlichen Auftritt hinlegen. Mit etwas Glück würde man sie erst gar nicht bemerken oder zumindest nicht direkt sehen, dass sie hüllenlos unterwegs ist. Bevor sie wieder in eine Endlosschleife an Zweifeln und Grübeleien verfallen konnte, stand sie auf und machte sich auf den Weg. Sie hielt ihren Blick starr auf einen Punkt am Horizont gerichtet, während sie das Gras unter ihren Füßen und die Sonne auf ihrem Körper unwahrscheinlich intensiv wahrnahm. All ihre Sinne waren aufs Äußerste gespannt und Sabine lauschte über das Pochen ihres Herzens hinweg, ob sie irgendwelche Stimmen oder andere Geräusche hören konnte, die darauf hinweisen würden, dass man sie entdeckt hatte. Bei jedem Schritt erwartete sie ein ‘Hey, schaut mal da drüben!’ oder das Geräusch von Schritten oder eines Fahrzeugs, das sich ihr näherte. Sie war versucht zu rennen, nur um endlich außer Sichtweite zu kommen, doch die Angst, dass gerade das die Aufmerksamkeit auf sie lenken würde, brachte Sabine dazu, im normalen Schritttempo weiter zu gehen. Nach einer gefühlten Ewigkeit endete das Feld an ihrer Seite an einer hohen Hecke, die wohl eine Art Grundstücksgrenze darstellte. Zumindest hoffte Sabine, dass dies der Fall sei. Um das Hindernis zu überwinden, musste sie sich ein kleines Stück durch den Rand des Waldes ...