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Geschieden und Heiß
Datum: 09.07.2026, Kategorien: Reif
... nette Süßigkeit beim Schokoladier um die Ecke. Pünktlich um Sieben klingelte ich. Sie öffnete so rasch, als hätte sie hinter der Tür gewartet und -- sie hatte sich zurechtgemacht. Die Haare waren frisch gewaschen und glänzten im Licht der Lampe im Wohnzimmer, wo ein edel gedeckter Tisch auf uns wartete. Kerzen, Stoffservietten, das „gute" Geschirr, Kristallgläser, eines für Bier, eines für Wein und gedämpfte Musik aus dem neuen Fernseher, bei dem sie das Kaminfeuer eingeschaltet hatte. Ihre Nägel waren frisch lackiert -- nachmittags waren sie noch unbemalt gewesen. Auch die Zehennägel leuchteten in einem intensiven Rot. Das konnte ich sehen, weil sie barfuß unterwegs war. „Ob sie ihre Muschi rasiert?", ging es mir unpassenderweise durch den Kopf und ich schämte mich fast dafür. Außerdem roch sie gut -- nach einem frischen, sehr jugendlichen Parfüm. Ich überreichte meine Mitbringsel und sie lachte: „Gelbe Rosen? Woher wussten Sie, dass ich die so liebe?" „Wusste ich nicht, muss wohl Intuition gewesen sein?" „Und dass ich ein Leckermäulchen bin?" „Habe ich gehofft!" Bevor das Gespräch in die falsche Richtung abdriftete, schnupperte ich: „Das Hähnchen riecht ja fantastisch!" „Ja? Hoffentlich schmeckt es auch!" „Was so gut riecht, muss auch gut schmecken!" -- beinahe wäre ich rot geworden, weil ich schon wieder ziemlich frivol assoziierte. Irgendwie regte sie mich offenbar zu solchen Gedanken an, was ich merkwürdig fand, war sie doch mindestens zehn ...
... Jahre älter als ich und ich hatte bisher nie eine Frau gehabt, die älter war. Sie brachte Wein und Bier und bat mich einzuschenken, während sie das Hähnchen und den Salat holte. Das Essen war ausgezeichnet und ich stellte fest, dass es schon einen Unterschied gab zwischen hausgemacht und bestellt. Das sagte ich ihr auch und sie lächelte. „Ja, ich weiß, ich koche auch nicht mehr jeden Tag, seit mein..., seit ich allein bin!" Ich überlegte kurz, doch dann fragte ich rund heraus: „Und wie geht es Ihnen damit?" Sie seufzte, schien nachzudenken und sagte schließlich: „Einerseits gut, weil ich ihn endlich los bin, anderseits nicht so gut, weil ich es einfach nicht gewohnt bin, allein zu sein. Das ist manchmal schwer, weil ich ja weiß, dass ich mich daran gewöhnen muss." „Warum?" „Bitte!", sie machte ein trauriges Gesicht, „ich bin fast Fünfzig, für mich ist der Zug abgefahren. Wer will denn so eine alte Frau? Höchstens einer, der eine Pflegerin braucht oder der ihr bisschen Geld will! Darauf kann ich verzichten!" Ich legte die Serviette zur Seite, trank einen Schluck und sagte: „Das ist Unsinn!" Sie starrte mich überrascht an. „Entschuldigung, das ist mir so herausgerutscht, aber sie sind eine sehr attraktive Frau. Heutzutage ist man doch mit Fünfzig nicht alt!" „Danke, das ist lieb und ich achte ja auch auf mich, nur für den Fall, dass der Märchenprinz doch noch kommt!" Sie lächelte ein bisschen verlegen und fragte dann: „Was ist mit Ihnen, haben Sie eine ...