1. Ausraster (Teil 2 von 3)


    Datum: 11.07.2026, Kategorien: Schamsituation

    ... weiter durch die Gänge geschoben. Es begegnete uns zwar nur noch selten jemand, aber das reichte mir schon vollauf. Jede einzelne Person, die mich so hergerichtet zu Gesicht bekam, stellte eine weitere Demütigung dar. Noch nie hatte ich mich für das Bild, das ich da abgab, so geschämt. Gefesselt, das auch noch in Windel und Strumpfhose und darüber hinaus quasi der Öffentlichkeit präsentiert – das war einfach ein bisschen viel.
    
    Die endlose Fahrt durch die Gänge endete auf der Station, von der aus die Reise begonnen hatte. Sie stellten mich im Gang ab und betätigten die Bremse des Bettes.
    
    „Da wären wir“, verkündete Sarah.
    
    „Da wären wir?“, fragte ich verblüfft. „Ihr könnt mich doch hier nicht mitten im Gang stehen lassen!“
    
    „Das geht leider nicht anders“, lautete die Antwort. „Die Station ist komplett belegt, es gibt kein freies Zimmer mehr. Du wirst die Nacht hier auf dem Gang verbringen müssen, sorry. So, und wir beiden werden und jetzt mal verabschieden. Wir haben nämlich eigentlich längst Feierabend.“
    
    „Gute Nacht“, sagte Max, „vielleicht sieht man sich mal wieder.“
    
    „Gibt es nicht eine Möglichkeit auf einer anderen Station, die … He! He! He! Das könnt ihr doch nicht machen!“, rief ich verzweifelt.
    
    Aber sie konnten es machen, sie waren schon verschwunden.
    
    Mutterseelenallein lag ich da, vollkommen hilflos. Ab und zu klappte irgendwo eine Tür, und einige Schritte wurden hörbar. Dann war wieder alles ruhig.
    
    Nach einer gefühlten Ewigkeit hetzte eine ...
    ... gestresste Nachtschwester an mir vorbei. Sie war vielleicht Ende vierzig und ziemlich mollig.
    
    „Entschuldigung!“, rief ich.
    
    „Ja, was ist denn?“ Sie blieb stehen und kam zu mir zurück.
    
    „Ich … na ja, ich müsste mal auf die Toilette.“
    
    „Sie haben eine Windel um“, erklärte sie ungeduldig. „Benutzen Sie die.“
    
    „Aber ich …“, begann ich, aber sie war schon wieder abgedüst.
    
    Eine Weile versuchte ich noch, gegen den immer stärker werdenden Drang anzukämpfen. Die konnten doch nicht ernsthaft von mir verlangen, dass ich mir hier, ohne im geringsten an Inkontinenz zu leiden, in die Hose machte. Oder eben in die Windel, das fühlte sich grundfalsch an. Aber irgendwann wurde mir klar, dass sie genau das von mir erwarteten. Es wäre allerdings auch eine recht aufwändige Aktion geworden, mich auf eine Toilette zu bringen, sie hätten mich komplett losmachen und anschließend wieder fixieren müssen. Ich musste zugeben, dass das Hantieren mit den ganzen Gurten eine Menge Zeit kosten würde. Dennoch musste ich mich sehr überwinden, die Windel schließlich bestimmungsgemäß zu benutzen. Irgendwann ließ ich es einfach laufen, und nachdem ich einmal begonnen hatte, konnte ich gar nicht wieder aufhören. Die Windel sog alles artig auf, wurde dadurch allerdings noch deutlich voluminöser.
    
    Wie lange ich dort mit der vollen Windel herumlag, kann ich nicht sagen, mir war jegliches Zeitgefühl verloren gegangen. Endlich kam die Nachtschwester wieder an mir vorbei.
    
    „Entschuldigung!“, rief ich ...