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The Shell - Kapitel 05
Datum: 29.07.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
... hatten, ergriff Maren das Wort. „Was bedrückt dich?" Tom zog die Augenbrauen hoch. „Was meinst du?" „Wir haben kaum noch richtigen Sex. Du bekommst keinen hoch, hast keine Lust. Was ist los?" Mit einem Seufzer ließ er die Luft aus seinen Lungen. „Ach... einfach die Arbeit." „Dann musst du kürzer treten. Das hatten wir schon damals, als du Arzt im Praktikum warst. Da warst du total überarbeitet und es ist einfach komplett alles auf der Strecke geblieben." Tom senkte die Augen und dachte kurz nach. Ja, sie hatte recht. Aber dieses mal war es etwas anderes. Er war keineswegs überarbeitet. Es war einfach... ... vielleicht war jetzt der richtige Augenblick, um reinen Tisch mit seinen Gefühlen zu machen? „Ich... es ist nicht die Arbeit. Also schon. Aber ich bin nicht überfordert. Ich habe eine Patientin, die im Koma liegt und meine Aufgabe ist es, sie da raus zu holen. Aber ich komme einfach nicht richtig mit ihr ins Gespräch. Ich habe eine Ahnung, was ihr Problem ist, aber... statt ihr Problem anzusprechen, katapultiert sie mich jedes mal in bizarre Sexszenen, erniedrigende Sexszenen, die schon stark an Sado-Maso grenzen." Maren blickte ihn mitleidig an. „Oje. Ich verstehe. Das muss wirklich hart sein. Davon wusste ich ja nichts. Ich kann verstehen, dass dir die Lust auf Sex versaut." Eine Steilvorlage! Entweder er nutzte diese jetzt, oder er ließ die Sexflaute zwischen ihnen weiter bestehen. Tom entschied sich für die erste ...
... Möglichkeit. „Das ist es nicht. Es bedrückt mich nicht. Es macht mich heiß", gab er zu und senkte seinen Blick, damit er ihr bei diesen Worten nicht direkt in die Augen blicken musste. „Was?" „Ich... ich fühle mich wohl dabei. Und hier, mit dir, also... ich liebe dich über alles, aber ich habe das Gefühl, dass ich beim Sex immer den Ton angeben muss." „Ich mag es eben, wenn ich geführt werde", gab Maren zu. Tom nickte. „Was sind das für Fantasien, die dir diese Patientin zeigt." „Schwer zu beschreiben", antwortete er schulterzuckend. „Anders gefragt: was wünschst du dir denn von mir beim Sex?" Erneut hob er die Schultern und ließ sie schlagartig wieder fallen. „Das ist ebenso schwer zu beschreiben." Für einige Sekunden herrschte Stille zwischen den beiden. Tom überlegte, ob es nicht einfacher wäre, ihr das ganze in einer Sitzung mit Alina zu zeigen. Auf der anderen Seite war Alina nicht ihre persönliche Sexualtherapeutin. Sie war die Patientin, und das Ziel war nicht, dass er seine eigenen Probleme durch Alina in den Griff bekam, sondern sie aus dem Koma herauszuholen. „Kannst du es mir zeigen?", fragte Maren. „Wie zeigen?" „Nimm mich mit zu einer Sitzung!" Und nun war es ausgesprochen. Ihn überkamen die gleichen Zweifel wie bei Sven. Auch ihn hätte er eigentlich nicht mitnehmen sollen. Aber in dem Fall war es der Ehemann, der -- je nachdem aus welchem Blickwinkel man es betrachtete -- ein Anrecht darauf hatte, mit dem Unterbewusstsein seiner ...