1. Ein Herz und zwei Seelen -- Josefine Selma


    Datum: 30.07.2026, Kategorien: Romantisch

    ... uns aneinander klammern. Ich spüre die Erleichterung und das Glück meiner Freundin Josefine und bekomme eine Vorstellung davon, wie schmerzhaft die Trennung für beide gewesen sein muss.
    
    Dabei muss ich an meine Tochter Marta denken und ich frage mich, wie lange unsere Trennung wohl dauern würde. Obwohl es gefühlt erst ein paar Tage her ist, dass unsere Seelen sich auf die Reise gemacht haben. Doch ich bin jetzt im Jahr 2024, wie ich erfahren habe, also ist es schon über 380 Jahre her. Wie es Marta wohl ergangen ist? Hat sie ihr Leben schon gelebt? Oder hat sie es noch vor sich? Ich muss so schnell wie möglich zum Flaschenversteck und nachsehen.
    
    Der Kloß im Hals löst sich langsam. Wir öffnen die Augen und lehnen uns etwas zurück.
    
    "Ich hab dich so sehr vermisst, Mama!"
    
    "Ich dich auch, meine Josefine!"
    
    "Darf ich vielleicht auch mal unsere verschollene Prinzessin in die Armen nehmen?" fragt eine männliche Stimme.
    
    Wir lösen uns von Mama, laufen 3 Schritte in Richtung Stimme, springen den Mann, wo sie her kommt, an und wickeln unsere Arme um ihn.
    
    "Papa!" rufen wir laut.
    
    "Josefine! Endlich!"
    
    Wieder fängt ein Rotz-und-Wasser-Geflenne an. Nicht nur bei uns, auch bei Papa. Eigentlich sind es Josefines Eltern, aber für mich sind sie genauso Mama und Papa wie für sie. Bei Papa dauert die Umarmung nicht ganz so lange wie bei Mama.
    
    Wir öffnen die Augen und sehen hinter Papa noch jemanden stehen.
    
    "Timmi!" rufen wir, "Lass dich auch umarmen!"
    
    Wir lösen uns ...
    ... von Papa und gehen zu Timmi.
    
    "Willkommen zurück, kleine Schwester!" sagt Timmi.
    
    Eine heftige Umarmung folgt, aber ohne Geflenne, jedenfalls nicht von Timmi. Als wir uns wieder von ihm lösen, sehen wir dennoch ein paar Tränen bei ihm. Timmi ist ein schlanker junger Mann, fast einen Kopf größer als wir. Dunkle kurze Haare, kein Bart. Er lächelt verlegen, als er sich die Tränen aus dem Gesicht wischt.
    
    "Ich hab dich vermisst, Fine. Geh nie wieder weg ohne Bescheid zu sagen, wo du bist."
    
    "Das mach ich auch nicht, großer Bruder. Ganz sicher nicht!"
    
    Wir gehen wieder zu Mama. Jetzt kann ich sie ansehen. Sie ist wohl etwa in dem Alter, wie ich es war, als ich noch meinen Leib hatte. Sie hat ein freundliches Gesicht. Sie trägt ein weites rotes Gewand und eine blaue Hose.
    
    "Mama, da ist noch was. Es frisst an mir und ich muss das jetzt wissen. Die Bilder von mir, und die Videos, ich hab sie dir nicht geschickt, Zlatko hat das gemacht. Er hat auch "Mein neues Leben" und das Smiley dazu geschrieben. Ich hab mich von ihm fotografieren und filmen lassen, weil er gesagt hat, es ist nur für uns beide. Und dann, warum hast du das geschrie..."
    
    "Was für Bilder? Und was für Videos? Ich hab nie was bekommen. Das einzige Lebenszeichen, was wir von dir hatten, war ein "Nachricht gelöscht" in WhatsApp. Das kam ein Tag später, nachdem du nach Hamburg gefahren bist. Danach haben wir nichts mehr von dir gehört oder gesehen."
    
    "Was? Oh mein Gott! Dieser Teufel! Verzeih mir, dass ich ...
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