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Ein Herz und zwei Seelen -- Josefine Selma
Datum: 30.07.2026, Kategorien: Romantisch
... gelang es ihr und das fühlte sich wirklich verrückt an. Mein Körper bewegte sich, ohne dass ich es wollte. Sehen, hören, fühlen, alles war ganz normal, außer dass ich nicht bestimmte, wo ich hinsah. Und dann sagte sie mir, dass sie eine Heilerin ist und dass sie mir helfen könnte, das Gift in meinem Körper zu bekämpfen und zu zerstören, so dass es mir nichts mehr anhaben kann. Ja, ihr Lieben, an dieser Stelle möchte ich meine Geschichte beenden und an Selma übergeben. Sie möchte euch ihre Geschichte erzählen. Ihr müsst mir versprechen, dass ihr offen seid für das, was Selma zu sagen hat und dass ihr glaubt, was ihr hört. Ohne Selma säße ich jetzt nicht hier, sie hat mir das Leben gerettet und mir neuen Lebensmut gegeben. Selma und Johann, das sind die beiden Seelen, von denen ich anfangs berichtet habe. Und jetzt, hört Selma selbst. Ich übergebe jetzt die Kontrolle an sie." Wir sehen in erstaunte Gesichter. "Warte!" sagt Timmi, "du willst uns sagen, dass du ab jetzt nicht du bist, sondern dass du jetzt Selma bist? Das ist total verrückt!" Ich lächle. "Ja, Timmi, das ist es. Zuerst möchte ich euch alle grüßen, wie es bei uns üblich war: got grueze euch! Bitte lauft nicht weg, ihr müsst keine Angst vor mir haben. Ich bin nur eine einfache Bäuerin und nebenbei eine Heilerin. Ich wurde geboren im Ostermond 1607. Seltsam, oder? Derselbe Monat, in dem auch Josefine auf die Welt gekommen ist. Ich hatte eine glückliche Kindheit. Mutter und Großmutter waren ...
... Bäuerinnen und Heilerinnen, deshalb war es keine Frage, dass ich später auch eine wurde. Sie brachten mir lesen, schreiben und rechnen bei und ich lernte alles, was im Buch der Heilung stand. Großmutter hat es angefangen zu schreiben. Sie hat alles aufgeschrieben, was sie über die Heilkräfte der Natur wusste. Und auch, was sie über die Heilkraft des Geistes wusste. Mutter hat es weitergeschrieben und ich habe es immer wieder gelesen, bis ich alles auswendig konnte. Als ich sechzehn war, wurde ich verheiratet. Ich lernte meinen Mann Johannes erst kurz vor der Hochzeit kennen. Vielleicht fragt ihr euch, wie kann das funktionieren? Aber wir haben uns ineinander verliebt. Unsere Seelen passten einfach zueinander, wir waren perfekt füreinander gemacht. Passenderweise heirateten wir in der St.-Johannis-Kirche, wo wir auch beide getauft wurden. Ich zog zu ihm nach Grünhagen, wo er als Bauer und Zimmermann lebte. Er war wirklich geschickt bei der Arbeit mit Holz, er konnte wunderbare Dinge zaubern wie zum Beispiel eine Wiege, die wir ein Jahr nach der Hochzeit für unsere kleine Tochter Marta brauchten. Wir haben nicht mitbekommen, dass Krieg war. Das änderte sich erst an jenem schicksalhaften Tag im Gilbhart 1631. Reiter des Fürsten kamen ins Dorf und haben alle Männer über 16 Jahren abgeholt zum Kriegsdienst. Es war das letzte Mal, dass ich meinen geliebten Johannes gesehen habe. Ich hab nie wieder etwas von ihm..." Jetzt müssen wir wieder weinen, diesmal bin ich es, die das ...