1. Ein Herz und zwei Seelen -- Josefine Selma


    Datum: 30.07.2026, Kategorien: Romantisch

    ... auch ich Johann in die Augen. Vielleicht glaubt ihr, ich bin etwas seltsam oder die lange Reise ist meinem Geist nicht gut bekommen, aber ich bin sicher, dass ich Johanns Seele sehen konnte. Und mir war so, als ob Johanns Seele dieselbe war, die einst in meinem geliebten Ehemann Johannis war. Ich fragte in Gedanken: "Johannis, bist du das?" Und dann sah ich ein kurzes, kaum wahrnehmbares Leuchten in Johanns Augen.
    
    Ja, Josefine, das ist die Überraschung, die ich dir vorhin versprochen habe.
    
    Ich fragte mich, ob das der Grund war, warum Gott meine Seele zu Josefine geschickt hatte, aber wie ihr wisst, war es ein ganz anderer Grund. Jetzt schäme ich mich dafür, dass ich so selbstsüchtig nur an mich dachte.
    
    Der Abschied von Johann war bitter.
    
    Als Josefine dann das Getränk mit den Schlaftabletten machte und das Gebet sprach, da wusste ich, warum Gott meine Seele zu ihr geführt hatte. Ich sollte verhindern, das sie sich umbringt, ich war das Zeichen, um das Josefine Gott gebeten hat und ich musste auch der Ausweg sein, den sie finden wollte. Ich sagte zu ihr: "Mach das nicht.", aber sie hörte mich nicht. Ich versuchte, alle Kraft meines Geistes zu nutzen und ich schrie sie an: "Mach das nicht!" Da endlich hörte sie mich, ich war erleichtert.
    
    Ich hab mit ihr geredet. Ich zu ihr in Gedanken, die ich an sie richtete, und sie redete laut mit dem Mund. Ich brachte ihr bei, wie sie ihre Gedanken an mich richten kann. Sie lernte schnell. Und dann fragte ich sie um ...
    ... Erlaubnis, ihren Leib zu übernehmen, als ob es meiner wäre. Sie erlaubte es und ich musste erstmal herausfinden, wie das geht. Es ging ganz leicht, als ich herausfand, wie.
    
    Ich hatte mitbekommen, dass Josefine ein ganz bestimmtes Gift immer wieder nehmen musste, damit sie keine Schmerzen bekommt. Ich besann mich, was in dem Buch stand. Ich musste nur ihren Geist und meinen gemeinsam kämpfen lassen. Mit Hilfe eines kleinen Rituals vereinigten wir unsere Kräfte und bekämpften jedes kleine Gift-Tröpfchen in unserem nun gemeinsamen Leib. Wir wandelten das Gift einfach in Wasser um, damit es keinen Schaden mehr anrichten kann.
    
    Wenn ihr mögt, dann machen wir es nachher noch einmal, wir alle sechs zusammen. Dann sind wir dreimal so stark und vielleicht können wir das Gift ein für alle mal aus unserem Körper verbannen.
    
    Gut, der nächste Schritt war die Flucht. Wir mussten da weg. Weg von dem bösen Mann, der Josefine so schrecklich zusetzte. Weg von diesem Zlatko. Sie hatte Angst. Angst, dass er sie wieder finden würde und sie wer weiß was für Qualen erleiden musste. Also fragte ich sie, wie er sie gefunden haben könnte. Ob sie jemand verraten hatte, oder ob ihr jemand gefolgt ist oder ob er einen Hund dabei hatte, der ihre Spur erschnüffelt hat. Das alles war nicht der Fall. Schließlich fragte ich sie, ob er ihr einen magischen Gegenstand gegeben hat, der ihm mit Hilfe eines Zaubers verriet, wo sie ist. Dann fiel ihr ein, dass er genau das getan hat. Sie sagte, es muss eine Ortungsapp ...
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