1. Die Abenteuer der Maya Klein 01


    Datum: 31.07.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... Er ahnte langsam, was es mit dieser Supersoldatin auf sich haben könnte.
    
    „Oh mein Gott, ist die schwer. Damit kannst du schießen?", fragte Lars die junge Frau verstört.
    
    Die nickte nur und sah Sascha dabei zu, wie er eine der großen Patronen aus der Spitze des langen Magazins herausdrückte.
    
    „Was ist das denn für ein Kaliber?" Er las die Gravierung auf dem Patronenboden. „UE.90, steht hier."
    
    Maya hatte vergessen, was ihr dazu von Rütger erklärt worden war. Es hatte sie nicht sonderlich interessiert. „Ich weiß es wirklich nicht, Süßer!"
    
    Günter hatte nachgeschlagen. „Ein Kaliber, welches nie für den Einsatz in einer Schusswaffe vorgesehen worden war. Es diente ballistischen Untersuchungen. Es bedeutet Ultra Express.90 Zoll. Das entspricht einem Kaliber von 22,9 Millimetern."
    
    „Und das ist viel?", fragte Lars, der sich von Sascha die Patrone geben ließ und ihm dafür die Waffe reichte.
    
    „Ich kann sie kaum heben. Das fühlt sich an, als ob ich eine schwere Einkaufstasche mit mir herumschleppen würde." Er stand auf, ließ seinen Arm mit der Pistole hängen, dabei konnte er nicht einmal richtig das Griffstück umfassen. „Das ist so crazy."
    
    „Du hast damit heute auf Menschen geschossen?", fragte Sandra kleinlaut.
    
    Zu ihrem Schrecken nickte Maya. „Die Patrone, welche Lars sich anschaut, ist nicht tödlich. Dadurch konnte ich Männer ausschalten, die unter anderen Umständen von meinen Kollegen mit hoher Wahrscheinlichkeit getötet worden wären."
    
    Sandra schien diese ...
    ... Vorstellung zu trösten. Maya hatte sich selbst viele Gedanken darum gemacht, dessen war sie sich sicher.
    
    Ein paar Minuten später forderte Maya die Waffe zurück, schob das Magazin wieder zurück in ihren Griff und steckte sie anschließend in das Holster. Sie bat die Familie um Entschuldigung, würde aber gerne mit Sascha nach oben gehen. Dort wollte sie auch ihre Eltern anrufen, um sie zu beruhigen.
    
    Fast zwei Stunden hatte das Gespräch gedauert. Sascha schlief längst neben ihr, als sie endlich ihren Vater soweit hatte, dass er die Ereignisse des heutigen Tages für sich akzeptieren wollte. Ihrem Argument, dass sie Leben gerettet hatte, war schlecht etwas entgegenzusetzen. Auch, dass sie in solch einem Einsatz einem Panzer auf zwei Beinen glich, schien ihn beruhigt zu haben. Was würde es letzten Endes auch für einen Unterschied machen? Ob sie nun heute in einen Einsatz ging oder in einem Jahr, seine Sorgen würden die gleichen bleiben. So durfte sie das Gespräch endlich beenden.
    
    „Grüß Mutti! Und sag ihr, dass sie sich keine Sorgen machen soll. Es ist alles toll. Ich kann helfen, versteht ihr?"
    
    Sie war erleichtert, als sie das Handy beiseitelegen konnte. Sie wollte sich gerade an Sascha ankuscheln, als sie das Schnüffeln an der Tür hörte, gefolgt von einem vorsichtigen Kratzen. Kurz darauf öffnete sich die Tür, Wilma kam herein, stieg mit beiden Vorderpfoten auf das Bett und überlegte, wie sie auf der Matratze noch einen freien Platz finden könnte, als Maya lachend den Kopf ...