-
Die Abenteuer der Maya Klein 04
Datum: 09.08.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
Ein Bild im Kopf Maya lag im Ruhebereich eines Personalraums. Eine Psychologin war bei ihr gewesen und hatte ihr Beruhigungstabletten gegeben. Es war zu früh, über das Erlebte zu sprechen, sie brachte kaum ein Wort heraus. Immer wieder tauchte das Bild des Toten vor ihrem inneren Auge auf, dessen Arm von dem Geschoss aus ihrer Pistole zerfetzt worden war. Sie wusste, dass Brassi ins Krankenhaus gebracht worden war und Flacker noch immer im Einsatz stand. Auch Mangold schien weiter mit dem Waffenhändler und seiner Bande zu tun zu haben. „Frau Klein!" Sie hörte die Stimme des Oberkriminalrats. Ein Blick auf ihr Handy, es war 6 Uhr. Der Mann mit dem fleischigen, sonst so unsympathisch wirkenden Gesicht setzte sich ihr gegenüber. Er stellte eine Kaffeetasse vor ihr hin und betrachtete sie mit einem sorgenvollen Blick. „Es tut mir leid. Es war noch viel zu früh für solch einen Einsatz. Wir haben mit dieser Schwere nicht gerechnet." Er sah, wie sich die Augen der weißblonden Frau öffneten und sich auf ihn richteten. „Ich habe heute einen Menschen getötet. Mit der Waffe, die Sie so abschreckend finden." „Frau Klein! Hätten Sie diesen Mann nicht ausgeschaltet, hätte mit der nächsten Granate noch ein Beamter sterben müssen. Das von den beiden Spähern gelenkte Feuer lag deckend. Ohne Ihr Einwirken wäre von den Teammitgliedern jetzt keiner mehr am Leben. Zumal der Partner des Beobachters mit einem Gewehr auf unsere Beamten geschossen hat, sobald sie sich bewegten. ...
... Für Sie kein Trost, aber für die Frauen, deren Männer dank Ihnen noch am Leben sind." „Wie viele sind von uns tot?", fragte Maya leise. „Ein Mann wurde durch die Explosionen getötet, zwei weitere hat es schwer getroffen. Dazu noch vier Leichtverletzte, darunter auch Herr Brassi. Ich fahr gleich weiter ins Krankenhaus und suche die Männer und Frauen auf." „Sobald ich meine Augen zumache, sehe ich ihn!", flüsterte Maya. Luchs nickte. „Sie werden das Bild noch länger mit sich herumtragen müssen. Und weitere werden hinzukommen, Frau Klein. Und das Gemeine an der ganzen Sache ist, dass die Leben, welche Sie damit geschützt haben, weit weniger konkret sind. Keiner wollte, dass Sie so früh so etwas erleben müssen." „Und in einem Jahr wäre es mir besser gegangen?", fragte Maya. Luchs schüttelte den Kopf. „Nein, wahrscheinlich nicht. Sie haben recht. Aber vielleicht hilft Ihnen die Tatsache, dass ich selbst noch nie einen solchen Einsatz habe erleben müssen. In meinen ganzen 33 Jahren bei der Polizei nicht." „Sie meinen, dass das so schnell nicht noch einmal passieren wird?", Mayas Stimme klang hoffnungsvoll. „Richtig! In diesem Ausmaß sicher nicht. Aber es wird ähnliche Eindrücke für Sie geben, Frau Klein. Sie helfen uns, die Gefahren für die Beamten, aber auch für die Kriminellen zu minimieren. Auch wenn Sie heute mit dieser Waffe jemanden tödlich verwunden mussten, haben Sie andere Männer zwar schwer, aber nicht tödlich verletzt. Sie dürfen also nach ihrer ...