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Black and White
Datum: 15.08.2026, Kategorien: gemischtrassige Liebe,
... Elchkuh? Dass ich selbst auch einmal älter werden würde, hatte ich da noch nicht auf dem Zettel. Ich ahnte nicht, in wie kurzer Zeit ich meine Meinung ändern würde. Unser drittes Zusammentreffen war in einer Ausstellung. Schon mal etwas von Banksy gehört, diesem anonymen Graffitikünstler? Ich hatte einige seiner Werke im Fernsehen gesehen und wollte mehr über ihn wissen. Meine heimlich Angebetete offensichtlich auch. Diesmal war sie solo und konnte mir nicht entkommen. "Ist das nicht eine fantastische Kunst?", sprach ich sie an. "In wenigen Strichen die Kritik auf den Punkt gebracht." Okay, okay, mit Sicherheit nicht die beste Anmache und die Formulierung hätte auch einer Nacharbeitung bedurft. Aber ich heiße nun einmal nicht Goethe und die Zeit drängte. Ich wollte sie nicht schon wieder aus den Augen verlieren. Unwillig sah sie mich an. "Sparen sie sich... Theo? Bist du das?" "Äh, ja", stammelte ich. "Kennen wir uns?" Ich war völlig aus der Bahn geworfen. Woher wollte sie mich kennen? Der Name stimmte, aber mich gab es nicht auf Facebook. Ich hasse diese asozialen Hassplattformen. Instagram, X, selbst Whats App, so eine Scheiße kommt mir nicht ins Haus. Wer etwas von mir will, soll sich gefälligst Signal aufspielen. Auf eine App mehr oder weniger soll es den Trotteln, die sich so gerne mit Werbung und Schwachsinn zuscheißen lassen, doch wohl auch nicht mehr ankommen. "Angelina", antwortete sie. "Die kleine Schwarze, der du immer unter den Rock gucken ...
... wolltest." Obwohl sie dazu schmunzelte, wurde ich knallrot. "Die Angelina?", versuchte ich mich zu sammeln. "Die mit den dürren Beinchen und den weißen Höschen?" "Ah, ich hab also Eindruck auf dich gemacht", lachte sie. "Wenn du dich nach all den Jahren noch daran erinnerst." "Kindergarten", stand sie mir plötzlich bildlich vor Augen. "Du warst die einzige Farbige und ich wollte wissen..." Ich stoppte. Es war vielleicht doch nicht der richtige Zeitpunkt für ein Thema unter der Gürtellinie. Mager war sie gewesen, aber flink und ich erinnerte mich an ihren frechen Blick. Selbstbewusst die einzige, die mir Kontra gab. Damals konnte ich mit den Informationen noch nichts anfangen, aber jetzt fiel es mir wieder ein. Ihre Ururgroßeltern waren von der Elfenbeinküste als Sklaven nach Französisch-Guayana verschleppt worden. Man soll es kaum glauben, aber das Land gehört zur EU, was ihre Großeltern ausnutzten und nach Frankreich zogen. Von dort ging es für ihre Eltern nach Deutschland. Angelina sprach schon als Kind einwandfrei französisch und deutsch. Sie war als einzige in der Familie immer noch pechschwarz, bei den anderen hatte der Genpool eine hellere Hautfarbe hervorgebracht. "... wie ein schwarzes Mädchen zwischen den Beinen aussieht", ergänzte sie für mich. "Immer noch so neugierig oder weißt du es inzwischen?" "Nur von Bildern", erwiderte ich schlapp. Mein Gott, ging die ran. Was war bloß aus der untergewichtigen kleinen Angelina geworden, die ich kannte? ...