1. Die Bergwanderung 01. Teil


    Datum: 17.08.2026, Kategorien: Liebende Frauen,

    ... dass Liesel mir gerade neuen Kaffee einschenken wollte. Er riss mich aus meinen Tagträumen, stellte drei Gläser auf den Tisch und füllte die glasklare, wahrscheinlich wieder sehr hochprozentige Flüssigkeit ein. Wir prosteten uns zu und kippten den Schnaps herunter, obwohl ich Heinz' Brennkünste schon lange kannte, blieb mir im ersten Moment die Luft weg. „Der ist heuer wieder gut gelungen"; sagte er stolz, „du musst dringend mal wieder im Winter kommen, wenn ich neuen Schnaps brenne. Den können wir dann gleich verkosten." Ich erinnerte mich dunkel an das letzte Mal, nach dem mir die Erinnerung an einige Stunden meines Lebens fehlten.
    
    Nach dem Kaffeetrinken plauderten wir über den neuesten Klatsch aus dem Dorf, bis Liesel fragte: „Was ist passiert, Sabine und du, weshalb habt ihr euch getrennt? Und was ist jetzt mit Paula, eurer Kleinen?" „Wir haben uns auseinandergelebt, kaum noch Gemeinsamkeiten gefunden. Sie sind in eine Wohnung in der Nähe gezogen, so dass die Kleine mich besuchen kann sooft sie will. Es war anfangs hart für sie, aber mit ihren acht Jahren ist sie schon ziemlich weit entwickelt und unsere ständigen Streitereien gingen ihr mächtig auf die Nerven.
    
    „Mei, des ist schiach", sagte Liesel betroffen, nahm meine Hand und drückte sie. „Der kleine Sonnenschein, es tut mir so leid." „Für sie ändert sich nicht viel, nur dass Mama und Papa nicht mehr zusammenwohnen. Wir haben uns darauf geeinigt, dass sie selbst entscheiden darf, mit wem sie gerade etwas ...
    ... unternehmen will, keine Eifersüchteleien. Wie sieht es denn bei euch mit Nachwuchs aus? Immer noch nichts geplant?"
    
    Liesel drückte meine Hand fester. „Doch, geplant schon länger. Es hat sich aber noch nicht ergeben." Heinz machte ein betretenes Gesicht und ich spürte, dass ich hier einen wunden Punkt berührt hatte, also wechselte ich das Thema.
    
    „Wisst ihr noch, früher hat uns jeder für Brüder gehalten, weil wir uns so ähnlich sahen. Beide blond, gleich groß und die gleiche Statur. Wir haben das schamlos ausgenutzt." „Ja, manchmal hat man sogar gedacht wir seien Zwillinge", lachte Heinz, „noch a Stamperle?"
    
    Ich kippte das Feuerwasser mit einem Zug runter und erzählte: „Das werde ich nie vergessen. Dein Vater hatte mir zum ersten Mal erlaubt allein mit dem Traktor auf das Feld zu fahren, um Mais für die Kühe zu holen, dabei hatte ich noch keinen Führerschein. Als ich viel zu schnell durch das Dorf bretterte, stand der Dorfsheriff vor dem Wirtshaus und winkte mir, ich sollte anhalten. Ich gab aber noch mehr Gas und fuhr schnell auf den Hof, das hätte Riesenärger gegeben."
    
    Heinz schmunzelte: „Sekunden später kam er angelaufen und sah uns beide ungläubig abwechselnd an. Wer von uns das eben gewesen sei, der hier so gerast ist, wollte er wissen. Ich versicherte ihm, ich sei das gewesen und zeigte ihm meinen Führerschein. Er bedachte uns mit einem strafenden Blick und meinte: „Dann will ich das mal so glauben." Danach trollte er sich schimpfend und kopfschüttelnd vom Hof."
    
    Wir ...
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