1. Ein unerwarteter Segeltörn Komplett


    Datum: 20.08.2026, Kategorien: Erstes Mal

    ... jetzt nach oben kommen.«
    
    Melanie kam zu ihnen und sie bestaunten zusammen das Wrack, welches backbord querab an ihnen vorbeizog.
    
    »Weißt du etwas über das Schiff?«, fragte Thomas.
    
    »Das ist die SS ›Richard Montgomery‹, sie ist 1944 hier auf Grund gelaufen«, erklärte Helena.
    
    »Und warum hat man sie in der Zwischenzeit nicht entfernt? Sie liegt ja an einer ziemlich ungünstigen Stelle«, fragte Melanie.
    
    »Weil sie große Mengen Sprengstoff an Bord hat. Es wird befürchtet, dass jegliche Arbeiten an ihr eine Explosion zur Folge haben könnte, die in der Stadt Sheerness, was dort drüben liegt«, sie zeigte an das fast zwei Seemeilen entfernte südliche Ufer, »sämtliche Fenster zu Bruch gehen lässt, von herumfliegenden Trümmerteilen ganz zu schweigen.«
    
    »Wow, das ist heftig!«, sagte Thomas.
    
    »Ja, wir sollten besser auch nicht mit ihr kollidieren!«, meinte Helena.
    
    Sie ließen Sheerness an Backbord liegen, folgten dem Fahrwasser des ›River Medway‹ ein Stück aufwärts und bogen dann in den Nebenfluss ›The Swale‹ ein. Auf der Höhe von Queenborough legten sie an eine freie Muring an und setzten das Ankerlicht.
    
    Zusammen bereiteten sie ein warmes Abendessen vor. Da es an Deck zu kühl war, richteten sie im Salon den Tisch und nahmen an ihm Platz. Thomas öffnete die Flasche Wein, die er in London besorgt hatte, und füllte die Gläser, sie stießen miteinander an und unterhielten sich noch eine Weile.
    
    Sie klarten das Boot auf, setzten sich zurück an den Tisch im Salon und ...
    ... spielten noch einige Runden Skat.
    
    Als sie zum Ende gekommen waren, fragte Helena ihre Schwester: »Bist du mir böse, wenn ich die Nacht nicht mit dir in der Kajüte verbringe?«
    
    »Ach weißt du, damit rechne ich für den Rest der Fahrt nicht mehr«, sagte sie schmunzelnd. »Ich weiß, wie es ist, frisch verliebt zu sein. Man kann die Hände nicht voneinander lassen. Ich wünsche euch eine gute Nacht.«
    
    »Wünsche ich dir ebenso.«
    
    »Gute Nacht Melanie!«, fügte Thomas hinzu.
    
    Melanie schloss hinter sich die Kajütentür, streckte sich auf ihre Koje aus und starrte an die Kabinendecke. Sie freute sich für ihre Schwester von ganzem Herzen, dass sie jemanden gefunden hatte, der sie höchstwahrscheinlich von dem Trauma ihrer letzten Beziehung befreien konnte. Als kleiner Wermutstropfen blieb zurück, dass sie es sich ebenfalls hätte Vorstellen neben ihm jetzt liegen zu können. Schwer seufzend nahm sie ihr Buch hervor und hoffte, mit dem Lesen auf andere Gedanken zu kommen.
    
    Helena und Thomas legten sich eng aneinander gekuschelt in die Salonkoje und deckten sich zu.
    
    »Wie geht es dir?«, begann er.
    
    »Mir geht es wirklich gut. Und dir?«
    
    »Auch, sehr! Ich hatte dir doch vorhin erzählt, was das Alleinsein mit mir gemacht hatte.«
    
    Sie nickte und sah ihn an.
    
    »Wenn ich jetzt sage«, fuhr er fort, »dass mir ein großer Stein vom Herzen gefallen ist, dann trifft es das nicht richtig, was ich meine. Ich weiß aber nicht, wie es besser ausdrücken soll. Du hast etwas getan, was dir vermutlich ...
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