1. Ein unerwarteter Segeltörn Komplett


    Datum: 20.08.2026, Kategorien: Erstes Mal

    ... auf den Törn gefreut, da er Lust darauf hatte, dem alltäglichen Trott zu entfliehen und einmal eine Nordsee-Querung mitzuerleben. Wie sich diese Reise entwickelt hatte, war zuvor niemals auch nur im Ansatz Teil seiner Überlegungen gewesen.
    
    Die Geschwister legten sich auf den Bauch und schauten einander an.
    
    »Woran denkst du?«, fragte Helena nach einer Weile.
    
    »Die letzte Nacht geht mir nicht aus dem Sinn. Es wirkt für mich immer noch so surreal, mit dir und deinem Freund einen Dreier erlebt zu haben.«
    
    »Findest du es falsch oder, wie soll ich es am besten nennen, unschicklich, dass wir dich miteinbezogen haben?«
    
    »Das Wort unschicklich passt nicht mehr in unsere Zeit. Moralvorstellungen haben sich geändert. Es ist vielleicht eher eine Frage von passend.«
    
    »Fandest du es unpassend oder hätten wir es im Nachhinein betrachtet, nicht tun sollen?«
    
    »Ich kann es schwer beschreiben. Ich sag es mal so: Aufregend und irre lustvoll ist es auf jeden Fall gewesen.«
    
    »Also bereust du es nicht?«, fragte Helena.
    
    »Bereuen?«, wiederholte sie und fragte sich gleichzeitig, ob die Intimität mit Thomas für sie nicht zu einem Problem werden würde. Davon wollte sie ihrer Schwester in diesem Moment jedoch nichts erzählen. Diese hatte in der Vergangenheit genug durchgemacht und just in dem Moment, in dem es ihr mit Thomas sichtbar besser ging, wollte sie ihre eigenen Probleme heraus halten.
    
    »Nein! Bereuen tue ich es nicht. Es hat Spaß gemacht und mich an unsere früheren Zeiten ...
    ... erinnert.«
    
    »Ja, das ist damals ebenfalls eine wilde Nacht gewesen.«
    
    »Hast du dir eigentlich danach mal eine Wiederholung gewünscht?«, fragte Melanie.
    
    »Hmm, anfangs ja, später seltener.«
    
    »Und warum hast du mich nie gefragt?«
    
    »Ich weiß nicht. Nachdem du mir damals gesagt hast, dass ich mit niemandem, weder mit meiner besten Freundin noch mit Papa darüber reden dürfte, waren mir Zweifel gekommen.«
    
    »Was für Zweifel?«
    
    »Ob es vielleicht verboten war, was wir getan hatten. Bis dahin war es immer so, wenn man über etwas nicht sprechen durfte, war es in irgendeiner Art und Weise verboten.«
    
    Melanie nahm ihre Arme nach vorne, kreuzte sie, stützte ihr Kinn auf und blickte nach Achtern. Nach einer Weile drehte sie ihren Kopf wieder zu ihrer Schwester.
    
    »Du hast dir echt Sorgen gemacht, dass es unrecht gewesen sein könnte, was wir getan haben?«
    
    »Anfangs, ein bisschen. Später, als ich älter war, weniger.«
    
    »Hmm. Ich muss gestehen, ich habe nie daran gedacht, dass du dir diese Sorgen oder Gedanken machen könntest. Ich war unbedarfter. Ich wusste, wie schön es ist, und mir ist es darum gegangen, dass du es ebenfalls kennenlernen solltest.«
    
    »Ich war dir doppelt dankbar! Du hast mir die Welt der Erotik, so nenne ich es einmal, offenbart und mir die Peinlichkeit genommen, dass mich die anderen aus der Schule weiter aufziehen konnten.«
    
    »Und du hast später nie den Wunsch nach mehr verspürt?«, fragte Melanie.
    
    »Ne, irgendwie nicht. Versteh mich nicht falsch! ...
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