1. Ein unerwarteter Segeltörn Komplett


    Datum: 20.08.2026, Kategorien: Erstes Mal

    ... übernehmen, den Motor anzulassen auf ihr Kommando in den Wind zu drehen. Helena und Thomas holten zusammen die Genua ein, schlugen sie ab und ersetzten sie durch die Sturmfock, das kleinste der Vorsegel. Danach setzten das mittelgroße Vorsegel, welches sie bereits am Vortag vorbereitet hatten.
    
    Im Anschluss teilte Helena den anderen mit, dass sie sich ein wenig aufs Ohr legen wollte, und begab sich in ihre Koje.
    
    Zwei Stunden später wurde sie von einer kräftigen Schlingerbewegung geweckt und dachte sich, dass dies der angekündigte stärkere Wind sei. Sie versuchte, wieder einzuschlafen. Es gelang ihr jedoch nicht, da sie zu stark hin und hergeworfen wurde. Schließlich gab sie ihre Bemühungen genervt auf und begab sich nach achtern, blieb an der untersten Stufe des Niedergangs stehen und rief nach oben: »Kann man sich nicht einmal in Ruhe hinlegen?«
    
    »Es tut mir leid, Helena«, sagte Melanie vom Ruder aus, »mit dem Wind sind höhere Wellen gekommen.«
    
    »Schon klar. War auch nicht ernst gemeint.«
    
    »Ich verstehe. -- Mal, was anderes, wie sollen wir das heute mit dem Mittagessen machen? Kochen bei dem Seegang mach bestimmt keinen Spaß.«
    
    »Das ist richtig. Ich schlage daher vor«, sagte Melanie, »wir essen gleich nur ein paar Schnittchen und machen uns etwas Warmes, wenn wir am Abend im Hafen sind.«
    
    »Ja, das ist eine gute Idee«, antwortete Helena.
    
    »Wann soll ich etwas vorbereiten?«, fragte Thomas.
    
    »Wie wäre es gegen halb eins? Es muss ja nicht genau zum Wachwechsel ...
    ... sein.«
    
    »Okay«, sagte er, lehnte sich zurück und überlegte, dass bis dahin noch etwas Zeit war. Er schaute zu den beiden Frauen hinüber, die sich bereits in ein Gespräch vertieft hatten. Vermutlich hatten die beiden Schwestern sich viel zu erzählen und er hätte ihnen gerne mehr Privatsphäre gegönnt. Jedoch verspürte er keine Lust, bei diesem Seegang längere Zeit unter Deck zu verweilen, und so fragte er: »Stört es euch, wenn ich mir was zum Lesen hole?«
    
    »Mich nicht«, sagte Helena, »ich selbst kann bei diesem Wellengang nicht lesen. Mir wird dann immer übel.«
    
    Thomas schaute Melanie an und sie sagte: »Nur zu. Ich habe zwar auch etwas zu lesen dabei, jetzt aber keine Lust dazu.«
    
    Thomas holte von unter Deck seinen E-Book-Reader, setzte sich entgegen der Fahrtrichtung auf der Leeseite, die dem Wind zugewandte Seite des Boots, mit ausgestreckten Beinen auf die Bank und lehnte sich mit dem Rücken an den Bootsaufbau. Er kannte diese Position von früheren Fahrten und empfand sie zum Lesen als sehr angenehm, obwohl er so auf Grund der Schräglage des Boots deutlich näher der Wasseroberfläche war, als wenn er auf Luvseite, neben Helena sitzen würde. Er blätterte durch die Bücher, die er geladen hatte und überlegte, ob er den Kriminalroman weiterlesen sollte, den er zu Hause bereits begonnen hatte, oder ob er wagen konnte, eine der neuen erotischen Geschichten zu lesen, die er von einer seiner häufig besuchten Plattformen heruntergeladen hatte. Er warf beiläufig einen Blick zu ...
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