1. Ein unerwarteter Segeltörn Komplett


    Datum: 20.08.2026, Kategorien: Erstes Mal

    ... schweigsam war. Sie blickte seitlich zu ihm und er schaute angestrengt vorwärts.
    
    War es ihm unangenehm, mit ihr alleine hier zu laufen, fragte sie sich? War er nur mitgekommen, weil Melanie das vorgeschlagen hatte und er nicht unhöflich wirken wollte? Sie warf einen zweiten Blick zu ihm und bekam den Eindruck, dass er über etwas grübelte.
    
    Melanie indes schaute, wann die zwei außer Sicht waren, und unterbrach ihre Arbeit. Sie ging zu Thomas' Platz und nahm seinen E-Book-Reader, schaltete ihn ein und war erleichtert, dass er nicht mit einer PIN gesichert war. Es wurde der Standardbildschirm angezeigt und nicht das zuletzt gelesene Buch. Sie blätterte durch die Liste der Bücher. Neben dem von ihm erwähnten Roman fand sie eine Reihe technischer Aufsätze. Sie vermutete Sachen aus seinem Studium. Sie blätterte weiter und fand schließlich, was sie gesucht hatte. Es waren tatsächlich Titel, die vermuten ließen, dass es sich um erotische Literatur handeln würde. Neben den einzelnen Einträgen wurde der Lesefortschritt angezeigt. Eine Geschichte mit dem Wort ›Kamasutra‹ im Titel stand bei achtundsechzig Prozent. Sie wählte das Buch aus und staunte über das, was sie las. Sie blätterte ein wenig vor und zurück und fand die Erklärung für sein nächtliches Spiel. Die Beschreibung hielt nicht hinter dem Berg, worum es ging. Sie schlug wieder die zuerst angezeigte Seite auf, um ihr Tun zu verheimlichen, schloss das Buch und ging zurück zum Startbildschirm. Sie legte den Reader an seinen ...
    ... Platz zurück und setzte ihre Arbeit fort. Dabei überlegte sie, was sie mit der gewonnenen Information anfangen konnte. Sie hatte auf jeden Fall etwas über ihn gelernt, stellte sie fest: Die stillen Wasser waren manchmal sehr tief. Sie fragte sich, ob das ihre Sichtweise über ihn verändern würde? Nur wenig! Wenn sie es sich recht überlegte, fand sie es gar nicht so schlecht. Er hätte sich auch einen Porno auf sein Handy kopieren und sich das in der Nacht anschauen können. Lesen hingegen hatte etwas mit Fantasie und Vorstellungskraft zu tun. Damit eine Geschichte jemanden so in Stimmung brachte, wie ihn letzte Nacht, musste er sein Kopfkino spielen lassen. Beim Wegräumen des Geschirrs legte sie sich einen Plan zurecht, wie sie ihn hoffentlich aus der Reserve locken konnte.
    
    Währenddessen grübelte Helena am Strand weiterhin darüber, warum Thomas schwieg. Oder wäre er so schüchtern, weil sie in diesem Moment alleine spazieren gingen? Das konnte doch eigentlich nicht sein. Sie kannten sich bereits seit dem Spielen im Sandkasten und nie hatte er ein Problem damit gehabt, mit ihr zu sprechen. Was hatte sich verändert? -- Sie waren älter geworden. Sie waren keine Kinder mehr. Hatten sich seine Gefühle ihr gegenüber gewandelt? Hatte sie etwas in der Vergangenheit getan, was ihn verletzt hatte? Auch diese Möglichkeit schloss sie aus. Wäre da etwas Schwerwiegendes vorgefallen, hätte er zu diesem Segeltörn nicht zugesagt.
    
    Jetzt war sie es, die nicht reden wollte und stattdessen in ...
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