1. Ein unerwarteter Segeltörn Komplett


    Datum: 20.08.2026, Kategorien: Erstes Mal

    ... geplant und wir müssen etwas Zeit aufholen«, meinte Helena.
    
    »Und wo geh's heute hin?«, fragte Melanie.
    
    »Mein Plan ist, dass wir in den Walton Channel segeln. Das sind rund vierzig Meilen. Bei pessimistischen fünf Knoten bräuchten wir acht Stunden«, sagte ihre Schwester.
    
    »Das klingt gut, zu schaffen«, meinte Thomas.
    
    »Denke ich ebenso«, sagte Helena. »Lass uns beim Frühstück nicht zu lange trödeln. Im Zweifel können wir unterwegs aufklaren.«
    
    Während Melanie und Thomas die Sturmfock gegen die Genua tauschten, beglich Helena die verbliebenen Hafengebühren und verabschiedete sich vom Hafenmeister. Sie legten ab, verließen den Hafen und gingen auf Kurs Süd. Nachdem Helena unter Motor an den vorgelagerten Sandbänken vorbei gesteuert hatte, gab sie Kommando zum Setzen von Großsegel und Genua. Danach übergab sie Melanie das Steuer, ging unter Deck und berechnete den nächsten Kurs. Kurze Zeit später rief sie nach oben: »Geh auf 194°!«
    
    »Wie lang?«, fragte Melanie.
    
    »Rund für die nächsten dreiundzwanzig Seemeilen, also für etwa die Hälfte der Strecke.«
    
    »Dann räume ich die Pantry auf«, schlug Thomas vor.
    
    »Das ist lieb von dir«, sagte Helena.
    
    Nachdem er den Küchenbereich aufgeklart war, nahm er sich Besen und Kehrschaufel und reinigte den gesamten Fußboden des Boots. Bevor er an Deck ging, fragte er nach oben: »Möchtet ihr was trinken?«
    
    »Ich hätte gerne einen Tee«, sagte Melanie.
    
    »Dann für mich auch einen«, ergänzte Helena.
    
    Thomas bereite für die ...
    ... Geschwister und sich Tee und brachte ihn nach oben.
    
    Melanie bemerkte auf, dass er sich näher als an den Tagen zuvor neben Helena setzte und sie schmunzelte in sich hinein.
    
    »Danke für den Tee, Thomas«, sagte Helena und schenkte ihm ein Lächeln.
    
    Sie saßen auf der Steuerbordseite. Er blickte zu Helena nach links und sie lächelte zurück. Er fand, sie sah so klasse aus, wenn der Wind ihre Haare verwirbelte.
    
    Helena bemerkte seinen Blick. Dieser wirkte verträumt. Es war nicht das erste Mal, dass er sie so ansah. Es war ein so besonderer Blick, den er in diesen Momenten hatte. Was wollte er ihr damit sagen? Stand er etwa auf sie? Sie fühlte sich, von der Möglichkeit überrumpelt. Sie kannte ihn, schon seitdem sie beide klein waren. Er war immer der Kumpel von nebenan und immer ein guter Freund gewesen. Es hatte jedoch zwischen ihnen nie im Raum gestanden, dass da mehr wäre. Warum jetzt? Oder bildete sie sich das nur ein? Sie schaute in Richtung Bug, beobachtete ihn für einen Moment aus dem Augenwinkel und wandte sich zurück. Wie sollte sie reagieren? Was wollte sie? Was fühlte sie? War sie bereit, ihn näher kennenzulernen, ihn dichter, an sich heranzulassen? Wollte sie sich jetzt darauf einlassen, alles unter der Voraussetzung, dass sie sich nichts eingebildet hatte? Sie zweifelte, dass sie schon bereit wäre, den Weg einzuschlagen, nachdem, was damals geschehen war. Sie ärgerte sich darüber, dass sie jetzt an das erinnert worden war, was sie eigentlich vergessen wollte.
    
    Sie ...
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