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Onkel Roberts Tagebuch 2
Datum: 22.08.2026, Kategorien: Voyeurismus / Exhibitionismus
16. Mai 1944 Ich wachte auf und spürte, dass sich mein Oberschenkel schon deutlich besser anfühlte. Die Sonne schien durchs Fenster und zeichnete helle Streifen auf den Boden. Ich setzte mich auf, lehnte mich ans Fenster und blickte hinunter auf den Hof. Alles wirkte so friedlich, so still, dass es fast unwirklich erschien. Elise war bereits draußen. Ich sah, wie sie die Schwengel-Pumpe bediente, den Eimer langsam füllte, ihre Bewegungen ruhig und routiniert. Luc saß auf einem Holzstapel, kaute auf einem Stängel und bewegte sich kaum. Kein Laut drang zu mir herauf; ich hörte nur das leise Klappern des Holzes, das Plätschern des Wassers, das Rascheln der Blätter. Alles schien normal, fast wie in einem Traum. Dann bemerkte ich einen Mann, der über den Hof kam – ein Nachbar. Ich konnte ihn nicht identifizieren, erkannte nur, dass er älter war, Franzose, ruhig, ohne jede Hektik. Elise begrüßte ihn, und sie begannen zu sprechen. Ich verstand nichts, kein Wort, konnte nur sehen, wie sie sich unterhielten: die Gesten, die ruhigen Bewegungen, das leichte Nicken, das Zuhören. Ich duckte mich tiefer hinter den Vorhang. Mein Herz schlug schneller, und ich hoffte, sie würden mich nicht bemerken. Nach einer Weile zog sich der Nachbar zurück. Elise blieb einen Moment stehen, blickte über den Hof, dann verschwand sie im Haus. Ich atmete erleichtert aus, doch noch ehe ich mich zurücklehnen konnte, hörte ich Schritte auf der Treppe. Sie kam zu mir ins Schlafzimmer. Sie ...
... setzte sich auf den Stuhl neben meinem Bett und sah mich ernst an, aber nicht angespannt. Ihre Stimme war ruhig, als sie begann zu erklären, was sie sich überlegt hatte. Der Nachbar habe heute erzählt, dass irgendetwas im Busch sei, sagte sie leise, ohne mich anzusehen. Sie wisse nicht, wie viel er wisse, aber offenbar werde über uns geredet. Sie seufzte. Und meine Einheit – sie sei abgezogen. Vielleicht sei das der Grund, dass bisher noch niemand nach mir gesucht habe. Vielleicht auch, dass mein Verschwinden nicht bemerkt worden sei oder vertuscht worden sei. Ich hörte nur zu, sah ihr Gesicht im schwachen Licht der Sonne, wie sie die Hände faltete und nachdachte. Sie fuhr fort, dass sie mich nicht ewig verstecken könne. Sie sei schon mit dem Hof überfordert, mit allem, was getan werden müsse, und könne sich nicht ständig um mich kümmern. Aber sie habe sich etwas überlegt. Nun schaute sie mich direkt an, ihre Augen ernst, aber fest. Wenn wir es richtig anstellten, könne ich hierbleiben, ohne dass jemand Verdacht schöpfte. Ich spürte, wie sich ein Knoten in meinem Bauch löste, doch gleichzeitig stieg die Anspannung. Ich hielt den Atem an. Sie erklärte, sie werde sagen, ich sei ein Neffe aus ihrer Pariser Zeit. Ich sei gekommen, um hier auf dem Hof zu helfen. Sie werde vorgeben, dass ich ein wenig zurückgeblieben sei, stumm, vielleicht etwas schwachsinnig. Niemand hier werde sich wundern, und niemand werde mir auf die Schliche kommen. Mit meinen dunklen Haaren könne ...