1. Bomber Harris strikes again


    Datum: 23.08.2026, Kategorien: 1 auf 1,

    ... schweigend neben ihr her, vermied es sie anzusprechen, um sie nicht unter Druck zu setzen, aus Angst damit alles kaputt zu machen. Ich drückte nur ab und zu ihre Hand, um ihr damit etwas Halt zu geben.
    
    "Ich liebe Kinder! Es war immer mein Traum, ganz viele zu haben, in einem kleinen Häuschen mit grossem Garten zu leben und ihnen beim Spielen zuzuschauen"
    
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    brach sie plötzlich ihr schweigen. Ich ahnte, was als nächstes kam, und hatte einen dicken Kloss im Hals. Aber sie schwieg wieder und ging wortlos, lautlos weinend weiter.
    
    Mittlerweile hatten wir die halbe Strecke geschafft und waren auf Höhe des Brompton Cemetery, eines grossen parkähnlichen Friedhofs. Sophie blieb kurz stehen, schaute zum Eingangstor, überlegte kurz und schritt dann mit mir hindurch und zu einer vom Hauptweg abseits gelegener Bank, auf die wir uns niederliessen.
    
    "Es gibt noch so viel zu sagen und ich glaube dies ist ein ruhiger Ort dafür. Und auch teilweise ein passender"
    
    ,
    
    mit diesen Worten lehnte sie sich an meine Schulter und schluchzte leicht.
    
    "Ich war 14 Jahre alt und war mit meinen Eltern auf einer Familienfeier im Nachbarort. Geburtstag meiner Tante. Es war schon sehr spät und ich lag schlafend auf dem Rücksitz, als ein betrunkener Autofahrer frontal mit uns zusammenstiess. Ich hatte Pech, weil ich auf dem Rücksitz lag und deshalb überlebt habe, meine Eltern hatten vorne keine Chance, wie mir die Ärzte sagten, als ich nach 2 Monaten aus dem Koma erwachte. Aber es sei ...
    ... wohl sehr schnell gegangen."
    
    Sie schluchzte wieder, weinte aber erstaunlicherweise diesmal nicht, im Gegensatz zu mir. Eigentlich hätte ich jetzt tröstend meine Arme um sie legen müssen, aber ich schaffte es nicht, weil sie es stattdessen bei mir tat als sie merkte, wie sehr mich ihre Geschichte mitnahm.
    
    "Eigentlich hätte ich sterben sollen und meine Eltern leben. Sie hätten noch ein Kind bekommen können. Ich kann es seit dem Tag nicht mehr, es ist zu viel kaputt gegangen!"
    
    ,
    
    und dann begann sie hemmungslos zu weinen. Wir umarmten uns, um uns gegenseitig zu trösten. Niemals im Leben hatte ich mehr Mitleid für jemanden empfunden...
    
    Nachdem sich Sophie wieder etwas beruhigt hatte, erzählte sie mit ruhiger Stimme noch mehr aus ihrem Leben. Sie war bei Onkel und Tante aufgewachsen und führte ein relativ normales Leben in einer solchen Umgebung, abgesehen mal vom Verlust ihrer Eltern. Aber dann passierte mit 18 Jahren etwas, das ihr Leben wieder grundlegend auf den Kopf stellte, sie verliebte sich... in eine andere Frau. Es als eine nicht so einfache Situation in einem kleinen konservativen Dorf in Cornwall zu beschreiben, war extrem untertrieben. Ständige Anfeindungen und Spiessrutenlaufen sorgten dann dafür, dass Amanda, ihre Freundin, und sie nach London zogen, wo man auch als lesbisches Pärchen recht unbehelligt leben konnte. Sophie fand dann recht schnell den Job bei Hamleys, wo ihr Kindertraum zwar nicht ganz erfüllt wurde, sie aber viel mit ihnen zu tun ...
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