1. Dunkle Empfängnis Teil 03 - Der Traum


    Datum: 25.08.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,

    Die Hütte kam in Sicht. Der halbstündige Weg vom See bis hierhin war anstrengend gewesen. Schließlich stieg das Gelände stets an, er hatte die verletzte Frau auf dem Rücken und er ging so schnell er konnte, ohne die Frau weiter zu verletzen. Er bedauerte nicht schneller gewesen zu sein, sonst wäre ihr Begleiter womöglich noch am Leben.
    
    Aber ich konnte nicht schneller sein, als ich gewesen bin. Magische Tränke, die einen schneller machen, sind nicht gerade wie Sand am Meer verfügbar. Der Gedanke beruhigte ihn, doch verlangsamte er ihn nicht. Er hatte schon einmal gesehen wie schnell jemand an einer ähnlichen Verletzung starb. Doch er musste schneller sein, er konnte sie doch nicht einfach sterben lassen. Er erreichte seine Haustür und trat sie auf.
    
    Er trug die Bewusstlose durch seinen Wohnbereich nach nebenan in sein Schlafzimmer, fegte mit einem Fuß die Laken vom Bett beiseite und legte sie dann behutsam darauf. Den Rucksack legte er am Fußende des Bettes ab. Nun betrachtete er die Verletzungen genauer und nahm den notdürftigen Verband ab.
    
    Es sah nicht gut aus. Der Festrog hatte eine große offene Wunde am Arm gerissen. Er konnte Knochen sehen, wusste aber nicht, welche es waren. Erde und Schlamm klebten in der Wunde und so begann er die Wunde zuerst zu säubern. Er ging hinüber in den Wohnraum, schritt auf eine Kiste zu und kramte dort einen Lappen hervor. Mit einem Wasserbeutel benässte er den Lappen und ging zum Bett zurück.
    
    Vorsichtig wischte er den Schlamm und ...
    ... Dreck fort. Der Lappen wurde jedoch schnell vom Blut vollgesogen und unbrauchbar. Doch war die Wunde jetzt wenigstens einigermaßen sauber. Dennoch musste die Wunde verschlossen werden und er hatte keine sauberen Verbände oder etwas ähnliches. Wenn er es so versuchte, würde sich die Wunde entzünden und die Frau daran sterben.
    
    Er dachte nach und da fiel ihm der Rucksack ein, den die beiden Angegriffenen dabei hatten. Er langte nach dem Rucksack am Fußende des Bettes und zog die Schnürung, die die Öffnung des Rucksacks verschloss, auseinander. Er sah hinein und ihm blieb beinahe der Mund offen stehen.
    
    Im Rucksack lagen tatsächlich Verbände, mehrere Phiolen mit Aufschriften, Kräuterkästchen und eine Sichel. Ist sie eine Druidin? Nein, die sehen meist anders aus und tragen keine langen weißen Kleider. Er griff nach den Phiolen und entzifferte die handgeschriebenen Etiketten. "Sanatio" las er und konnte sich darauf keinen Reim machen. "Ja...Die...", keuchte die Frau plötzlich. Er zuckte zusammen und sah zu ihr. Doch sie war schon wieder bewusstlos geworden. Er sah sich die Phiole in seiner Hand noch einmal an.
    
    Sie hatte einen schmalen Flaschenhals und war bauchig unten herum. In ihr schwamm eine leicht rötliche Flüssigkeit. Sie war klar und erinnerte ihn an Traubensaft. Er blickte nochmal zur Frau hinüber. Diese Flüssigkeit musste hilfreich sein, doch wie sollte er sie anwenden? Er wusste von Tränken, die man einnahm, aber auch von solchen, die man auf die Wunde träufelte. ...
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