1. Ein erzwungenes Leben als Frau 1


    Datum: 29.08.2026, Kategorien: Transgender,

    ... herausgefunden habe, dass für gewisse schamanistische Aufgaben nur Transgender infrage kämen, die im Laufe der Jahrhunderte die Frauen, die diese Aufgaben früher erfüllten, aus diesen Ämtern verdrängt hätten. Er könne mir das Buch „Der Weibmann" von dieser besagten Forscherin gerne zum Lesen geben, damit ich Klarheit über meinen künftigen Werdegang bekäme.
    
    Er erfragte meine momentane berufliche Situation und ich entgegnete wahrheitsgemäß, dass ich in einem halben Jahr plane ein Studium der Informatik zu beginnen und es aufgrund der guten finanziellen Situation meiner Familie nicht nötigt hätte, bis dahin einer erwerbsmäßigen Tätigkeit nachzugehen. Man erlaube mir so lange zu bummeln und nichts zu tun. Sicher ein Luxus, den nicht viele haben.
    
    Das träfe sich ja prima, dann habe ich mich am nächsten Tag bei ihm einzufinden, ordnete er an, um acht Uhr am Morgen zum Start meiner Ausbildung zum Transgender-Schamanen. In der ersten Zeit würde ich lernen müssen, mich in allen Dingen des Alltags als Frau zu verhalten und als Frau zu empfinden. Natürlich würde ich bei ihm hier auf seinem Anwesen stets Frauenkleider tragen müssen, mich schminken müssen, wie es Frauen tun und mich wie eine Frau zu frisieren.
    
    In allem solle ich wirken und erscheinen wie eine Frau und darüber hinaus, müsse ich lernen auch wie eine Frau zu fühlen in allen Lebenslagen. Nur so sei ein Transgender-Schamane für seine spirituellen Aufgaben geeignet, die ja früher nur Frauen erfüllen konnten.
    
    Frauen ...
    ... hätten aber schon lange nichts mehr auf diesem Felde zu suchen. Frauen müssten gebären, das sei ihre Aufgabe.
    
    Ich hörte mir dies alles an und dachte natürlich, dass ich einen Wahnsinnigen vor mir habe und weiter dachte ich, dass ich niemals auf seine Schnapsideen eingehen werde, ja nicht einmal würde ich an diesen Ort zurückkehren. Nein, ich würde meinem Vater all das berichten und der würde für Ordnung sorgen und mich aus den Klauen dieses Unmenschen befreien.
    
    Als ich dies dachte, machte Heinrich einen zynischen Gesichtsausdruck, der mich vermuten ließ, er wisse alles, was in meinem blondgelockten Mädchenkopf vor sich ging.
    
    Ich dürfe gehen meinte er, doch er warne mich, der Vorsehung, die so eindeutig sei, nicht zu folgen. Schlimmste Unfälle könnten mich dann heimsuchen, selbst er könne mich davor dann nicht mehr schützen.
    
    Draußen bellte der Wolfsspitz und drehte sich wie wild im Kreis an seiner Kette, als ich auf mein Rad stieg und zum Hoftor hinausfuhr. Ich radelte sehr schnell in die beginnende Dämmerung hinein. Bald sah ich das Dorf von Weitem und gerade als ich dachte, dieser Idiot Heinrich wird mich kein einziges Mal mehr zu Gesicht bekommen, kam ein strammer Keiler von links aus dem Walddickicht gefegt und rannte mir ins Vorderrad, sodass ich in hohem Bogen über das Lenkrad flog und mir trotz geschickten Abrollens über die Schulter, wie ich es im Sportverein gelernt hatte, einige Blessuren und Abschürfungen zuzog. Zum Glück nicht zu schlimm. Der Eber war ...
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