1. Die Geschichte der Maya Klein Ende


    Datum: 11.09.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... sich überhaupt nicht daran, dass sie nicht der Mittelpunkt der Gesellschaft war. Sie trank, lehnte sich zurück und genoss es, unter Menschen zu sein, die sie liebte. Eigentlich war doch alles für sie super gelaufen. Sie konnte sich noch gut daran erinnern, welche Ängste sie noch vor einem Jahr gehabt hatte. Ihr Blick wanderte zu Elif hinüber, die sie angesehen hatte und nun ein Lächeln schenkte. Ihre türkische Mama war anscheinend ziemlich beeindruckt von den Kölnern und hielt sich bei der Konversation zurück.
    
    Maya legte Sascha ihre linke Hand auf dessen rechte Schulter. Er griff danach, streichelte darüber hinweg, dann widmete er sich weiter Sandras Tochter, um sie zu beruhigen.
    
    Wie fantastisch das Essen war. Zumal Nadja ihr versichert hatte, dass sie völlig frei von Hemmungen zulangen durfte. Sie hatte zuvor angerufen und die Küche über diesen besonderen Gast informiert. So waren die sonst eher kleinen Portionen für Maya großzügig bemessen worden, und sie schwelgte zwischen den Gerichten, die vor ihr auf den Tisch wechselten. Für die Familie und Freunde nichts Besonderes, reagierten die benachbarten Gäste verwundert auf den Appetit der großen Frau.
    
    Ahmet kam später an ihre Seite, ließ sich von ihr erzählen, wie die ersten Tage bei der Polizei verlaufen waren, und erfuhr auch, dass sie viel Neid und Missgunst aufgrund ihrer Bevorzugung erfuhr. Und dass sie sich die, die sie am wenigsten leiden konnte, zur Partnerin gemacht hatte.
    
    „Vielleicht gar nicht so ...
    ... schlecht, Knöllchen. Du hast ihr deine Wertschätzung gezeigt, trotz dessen ihr euch nicht leiden könnt. Da ist die Saat schon zu einer engeren Bindung gesät. Musst nur noch warten, dass sie aufgeht." Er lächelte. „Als ich in deinem Alter war, habe ich versucht, es allen recht zu machen. Ich habe den Jungen und Mädchen um mich herum nach dem Mund geredet, hab mich zurückgehalten, wurde toleriert, aber nie wirklich akzeptiert. Erst als ich mir meinen eigenen Wert zugestand und aufhörte, andere so wichtig zu nehmen, änderte sich dieses Verhältnis. Diese Erfahrung fühlte sich wie eine Befreiungskur für mich an." Er sah zu ihr auf. „Lerne dort, eine gute Polizistin zu sein, Maya! Die anderen brauchst du dafür nicht. Wenn du das verinnerlicht hast, werden die ersten von denen, die dich heute meiden, an deine Tür klopfen."
    
    Maya dachte in diesem Moment an Bommel. Der Kollege hatte von Anfang an keine Vorbehalte ihr gegenüber gezeigt. Von daher hatte Ahmed recht. Allein war sie nicht.
    
    „Ich bin so gespannt, was du dort alles erleben wirst. Ich habe nur Angst um dich. Du hast schon so vielen Menschen geholfen, ich hoffe, man hilft auch dir, wenn du diese Hilfe nötig hast." Ahmet strich ihr mit seiner Hand über den Rücken. „Wir sind für dich da! Zweifel nie daran! Das habe ich deinem Vater versprochen, und heute verspreche ich es noch einmal dir. Brauchst du uns, sind wir sofort zur Stelle."
    
    „Komm, Elif! Das ist der richtige Moment!" Maya beobachtete erstaunt, wie die Deutschtürkin ...
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