1. Anschluss unter dieser Nummer


    Datum: 12.09.2026, Kategorien: Reif

    ... Anschluss unter dieser Nummer
    
    „Du brauchst einen Schwanz? Da kann ich helfen ...", wieder war es einer dieser vermaledeiten Anrufe, die mich seit vielen Tagen erreichten und quälten. Während manche der Anrufer mich gleich zuschwallten, mit dem, was sie mit mir alles anstellen würden, oder andere, die einfach nur stöhnten, war es diesmal eine Stimme, die wenigstens ein kleines bisschen vertrauenswürdig erschien. Da ich endlich dahinterkommen wollte, warum ich diese abstoßenden Anrufe so oft erhielt, versuchte ich ein Gespräch mit dem Anrufer aufzubauen. „Schön, dass du mir helfen möchtest ...", probierte ich es für den Anfang. „Darf ich fragen, wo du mein kleines Inserat gefunden hast und was da steht? „Na, ja ... hier steht, dass du einen Schwanz brauchst ..." „Braucht den nicht jede Frau, zumindest ab und zu?" „Äh, ja ... wohl richtig ..." „Und was steht da noch?" „Nur die Telefonnummer ..." „Rufst du aus einer Telefonzelle an, es hallt so und man hört Straßengeräusche ..." „Ja ..." „Aha ... und da hast du meinen Zettel gefunden ..." „Nein, äh es steht an der Wand ... mit Filzer ..." „so, so und jetzt hast du dir also gedacht, ich rufe die mal an ..." „Genau ..." „Ist das deine Masche, um Frauen kennenzulernen?" „Äh ... nein ... ist es nicht"
    
    „Halte ich auch für keine gute Idee ..." „Stimmt wohl ..." „Du hörst dich nett an ..." „Oh ... eh ... danke ..." „Immerhin hast du mich auch nicht gleich mit Vorschlägen überfallen, was du mit deinem ... äh Schwanz ... ...
    ... bei mir so alles anstellen würdest!" „Oh ...", „du kannst dir kaum vorstellen, was mir alles so angeboten wird ...", „Oh ... nein ... wohl kaum." „Manche bekommen den Mund gar nicht auf ... ich höre nur ..." „Oh mein Gott, ich glaube, das will ich auch gar nicht wissen ..."
    
    Später nahm ich allen Mut zusammen und setzte alles auf eine Karte: „VORAUSGESETZT, ich würde mich darauf einlassen, mich mit dir zu treffen ... NATÜRLICH NUR SO ... würdest du mir verraten, wo diese Telefonzelle steht, damit ich das entfernen kann?"
    
    Meine Frage war offenbar etwas, womit er nicht im Geringsten gerechnet hatte. Er war sehr überrascht, stammelte zuerst etwas, aber dann haben wir uns tatsächlich verabredet. Der Ort, den ich mir rasch überlegt hatte, war ein Café bei mir um ein paar Ecken. Es lag an einer viel befahrenen Straße, sodass ich aus der Vielzahl der Passanten heraus, die dort umherliefen, vermutlich ohne großes Risiko, zunächst einen Blick auf „ihn" werfen konnte. Dann würde ich spontan entscheiden, ob ich mich ihm zu erkennen geben würde, um an Informationen über den Ort meiner Telefonnummer zu kommen.
    
    Thomas, wie er hieß, inzwischen hatte er mir auch seinen Namen genannt, ließ sich auf meinen Vorschlag ein. Als Erkennungszeichen vereinbarten wir, dass er ein Buch, welches ich vor ein paar Wochen gelesen hatte, dabei haben, es vor sich auf den Tisch legen sollte, damit ich ihn eindeutig erkennen konnte. Als Zeichen meines guten Willens verriet ich ihm abschließend meinen ...
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