1. Venus und Adonis


    Datum: 17.09.2026, Kategorien: Verführung

    ... Kuss auf seine Wange.
    
    Doch das Schicksal meinte es anders. Am nächsten Tag, als Adonis auf der Jagd war, stieß er auf einen riesigen, wilden Eber. Im Kampf wurde er schwer verletzt und lag blutend am Boden, als Venus, die das Unglück in einer Vision gesehen hatte, herbeieilte.
    
    Adonis starb und aus dem Blut, das den Boden tränkte, sprossen wunderschöne Anemonen, die den ewigen Kreislauf des Lebens und die unsterbliche Liebe symbolisierten. Venus trauerte tief um ihren geliebten Adonis, doch sie wusste, dass seine Erinnerung und die Schönheit ihrer Liebe in den Blumen weiterleben würden.
    
    ***
    
    Antonius lehnte sich gegen das Geländer der großzügigen Terrasse und betrachtete die sanfte Abendsonne, die sich über die Dächer der Stadt schob. Seit drei Tagen wohnte er bei seinem Onkel Bert und seiner jungen Frau Vera. Es war eine seltsame, aber auch faszinierende Welt, in die er hier eingetaucht war. Vera hatte ihm den Job in der Galerie verschafft und Bert hatte ihn eingeladen, bei ihnen zu wohnen, obwohl ihm die Galerie ebenfalls ein Zimmer angeboten hatte.
    
    Onkel Bert hatte sich nicht verändert: breit gebaut, muskulös, mit kräftigen Armen, die nach Metall und Arbeit rochen. Sein Schnauzer wippte, wenn er sprach, und seine dunklen Haare waren von kleinen silbernen Strähnen durchzogen. Seine Frau Vera war das vollständige Gegenteil - bezaubernd, mit goldenen Locken und einem Lächeln, das Antonius den Atem raubte.
    
    Als Bert sie ihm vorstellte, hatte er nur ihre Augen ...
    ... gesehen, sie waren wie Blitze vor dem Donnerschlag. Ein Gefühl, das er nicht zuordnen konnte - und so noch nicht erlebt hatte.
    
    Bert musste jeden Morgen früh raus. Punkt sechs verließ er das Haus, um in seiner Schlosserei zu arbeiten. Antonius hörte noch im Halbschlaf das leise Klirren von Kaffeetassen, das dumpfe Zuschlagen der Haustür, und dann die Stille, die sich über das Haus legte.
    
    Vera ließ ihn schlafen, die Galerie öffnete erst um zehn. Wenn sie hörte, dass er sich im Zimmer regte, klopfte sie sanft und rief: "Frühstück ist fertig!"
    
    Heute war einer dieser Morgen, an denen Antonius sich Zeit ließ, um das Gefühl dieser neuen Umgebung aufzusaugen. Als er in die Küche kam, duftete es nach frischem Kaffee und geröstetem Brot. Vera hatte den Tisch gedeckt.
    
    "Gut geschlafen?", fragte sie mit ihrem weichen Lächeln, während sie ihm eine dampfende Tasse hinstellte.
    
    "Ja, danke." Antonius setzte sich und strich sich eine blonde Strähne aus dem Gesicht. Er wusste nicht, ob es Einbildung war, aber immer, wenn Vera ihn ansah, lag ein Ausdruck in ihrem Blick, der ihn verlegen machte.
    
    "Heute ist dein dritter Tag in der Galerie, oder?", fragte sie und reichte ihm eine Schale mit frischen Früchten.
    
    "Ja, genau." Antonius nahm eine Erdbeere und nickte. "Es macht Spaß. Die Leute dort sind nett, und die Kunstwerke... faszinierend."
    
    "Das freut mich." Sie lächelte und lehnte sich an die Küchenzeile. "Ich wusste, dass es etwas für dich sein könnte."
    
    Manchmal fragte sich ...
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