1. Venus und Adonis


    Datum: 17.09.2026, Kategorien: Verführung

    ... Gordischen Knoten der beiden heillos verhedderten schließlich zerschlug nicht ohne die Lokalpresse über diesen delikaten Einsatz samt Fotomaterial zu informieren, wollte ich mir ersparen."
    
    "Es ist eine Sache, wenn meine Frau ihre Bestätigung sucht. Aber ich entscheide, wenn ich denn das Haus für längere Zeit verlassen muss, wer sie ihr gibt. Und du... du warst mir von Anfang an dann doch am liebsten für diese exquisite Aufgabe."
    
    Vera atmete hörbar ein.
    
    Antonius wusste nicht, was er sagen sollte.
    
    Bert hatte die Affäre als Notoperation zugelassen. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Kontrolle.
    
    Aber nun war das Spektakel zu Ende.
    
    "Trotzdem," sagte Bert bestimmt, "musst du das Haus verlassen."
    
    Antonius wusste, dass es sinnlos war, zu diskutieren.
    
    Er hatte seine Rolle gespielt. Er hatte Vera gehabt, wie keine andere Frau zuvor und vermutlich wie keine andere Frau danach. Es war einmalig, er war niemals dazu bestimmt gewesen, für immer zu bleiben.
    
    Langsam stand er auf.
    
    Sein Blick streifte Vera ein letztes Mal.
    
    Ihre Lippen bebten, ihre Augen sagten so vieles - Bedauern, Verlangen, vielleicht sogar Liebe.
    
    Aber sie wusste es genauso gut wie er.
    
    Wie in der alten Sage war es nicht vorgesehen, dass Adonis bei Venus blieb.
    
    Er musste gehen.
    
    Er erhob sich, die Wangen brennend von Berts Schlägen - aber mit einer Erinnerung an Vera, die ihn für immer begleiten würde.
    
    Bert trat zur Seite, machte den Weg frei zur Tür.
    
    Antonius nahm einen tiefen Atemzug.
    
    Dann trat er hinaus auf den Bürgersteig und schickte sich an, seinen Weg aufzunehmen in die Galerie, die er viel zu spät erreichen würde, aber das war ihm egal.
    
    Hinter ihm schloss sich die Tür, die ihn für immer von seiner Venus trennen sollte.
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