1. Venus und Adonis


    Datum: 17.09.2026, Kategorien: Verführung

    ... Schattenwürfen der antiken Figuren, die hier aufgereiht standen wie stumme Zeugen einer anderen Zeit.
    
    Die Galerie war Venus mehr als jeder anderen mythologischen Gestalt gewidmet. Ihre Schönheit prägte die Werke, ihre Anmut erfüllte die Räume, ihre Geschichte flüsterte aus jeder Ecke. Antonius musste mehr über sie erfahren.
    
    Er zog sich in das Archiv zurück, einen kleinen, kühlen Raum voller Bücher, Kataloge und Dokumente, die sich mit der Antike befassten. Er blätterte durch kunstvoll illustrierte Bände, las Texte über Venus, sog jede Information auf, die er finden konnte.
    
    Venus war die Göttin der Liebe, und nicht nur der sanften, hingebungsvollen Liebe, sondern auch der leidenschaftlichen und körperlichen. Sie begehrte und wurde begehrt. Männer, Sterbliche wie Götter, verfielen ihr, nicht nur, weil sie schön war, sondern weil sie ein Feuer in sich trug, das niemand unbeachtet lassen konnte.
    
    Venus hatte einen Ehemann - den Schmied der Götter, Vulkan. Ein kräftiger, bärtiger Kerl, der im Schweiß der Arbeit lebte, ein Mann der Hände, nicht der Worte. Doch Venus ließ sich nicht von der Ehe binden. Vulkan hatte zwar die Glut in seinen Schmiedehallen beherrscht, doch nicht jene in Venus' Herz.
    
    Ihr erster Liebhaber war Mars, heißspornig und mutig. Er verkörperte eine draufgängerische Leidenschaft, die Venus unwiderstehlich anzog. Vulkan sah sehr wohl die unverhohlene Hingebung in den Blicken, die sich Mars und Venus zuwarfen, konnte aber darüber hinaus keine ...
    ... Verfehlung seiner Anvertrauten festmachen.
    
    In einem entlegenen Winkel der weitläufigen Götterpaläste, verborgen vor neugierigen Augen, lag ein geheimer Garten, der für seine betörende Schönheit und absolute Abgeschiedenheit bekannt war. Er war umgeben von hohen, dicht bewachsenen Hecken, die wie lebendige Mauern wirkten und jeden Blick fernhielten. Die Wege durch diesen Garten waren mit sanft leuchtenden, weißen Marmorplatten ausgelegt, die im Mondlicht schimmerten.
    
    In der Mitte des Gartens ruhte ein kleiner, klarer Teich, dessen Wasser so unbewegt war, dass er wie ein Spiegel wirkte. Rund herum blühten die schönsten Blumen, deren Düfte die Luft erfüllten: Rosen mit samtigen Blütenblättern in allen Schattierungen von Rot und Rosa, Lilien, die in reinem Weiß strahlten, Jasmin, dessen zarte Blüten ein unwiderstehliches Aroma verströmten und seltene Exemplare, die nur an diesem bezaubernden Ort wuchsen.
    
    Hier, in dieser Oase der Ruhe und Abgeschiedenheit, trafen sich Venus und Mars. Venus liebte ihr Spiegelbild auf dem runden Teich und Mars konnte seine Leidenschaft kaum zügeln, wenn er Venus" selbstverliebte Blicke in ihrem Antlitz ausmachte. Er wusste, sie begehrte als Beweis ihrer Schönheit den vollen Einsatz seiner wilden und ungestümen Manneskraft.
    
    Der Garten war ihr Zufluchtsort, ein Ort, an dem sie ihre Verzückung und Passion ungestört ausleben konnten. Dort tauchten die beiden Liebenden unter dem Firmament der Äste und Zweige, die üppig wucherten, in eine Welt der ...
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