1. Der gebrochene Deal


    Datum: 18.09.2026, Kategorien: Ehebruch

    ... mir nicht vergeben und ich verstand ihn.
    
    Am zweiten Weihnachtstag sah sie mich an und fragte leise.
    
    "Du weißt es, dass er nicht wieder kommt?"
    
    "Ja, mein Schatz, sonst wäre er über die Festtage gekommen. Jetzt kommt er, um mir persönlich seine Entscheidung mitzuteilen. Und es ehrt ihn sehr. Ich verstehe es und habe ihm schon an diesem letzten Tag gesagt, dass ich seine Entscheidung akzeptiere. Es tut weh. Aber es ist auch gut, dass die Entscheidung gefallen ist."
    
    Er kam am nächsten Tag und es war ein gutes Gespräch. Ein Gespräch ohne Hass, mit einer Traurigkeit über das Ende einer Ehe, die durch meine Schuld zerbrochen war. Und beim Abschied nach vielen Stunden wünschten wir uns alles Gute.
    
    Clara war sehr still und am nächsten Tag nahm sie meine Hände, zog mich in die Wohnstube und setzte sich mit mir auf die Couch. Irgendwas würde jetzt kommen.
    
    "Mama, ich habe mich entschieden. Ich werde zu ihm gehen, aber erst, wenn wir beide uns einig sind. Kann ich wieder bei dir einziehen, kann ich wieder bei dir wohnen und hier an der Uni mein Studium weiter führen?"
    
    "Clara, es ist dein Zuhause, natürlich kannst du immer hier wohnen. Da gibt es nichts zu überlegen. Aber warum?"
    
    "Es gibt zwei Gründe. Erstens liebe ich dich, verstehe mich mit dir gut, kann dich verstehen, auch wenn ich einige Sachen immer noch nicht gut heißen kann. Und zweitens will ich es einmal versuchen. Ich will mich einmal in die Hände dieses Mannes begeben, will mich fallen lassen und ich ...
    ... befürchte auf der einen Seite und auf der anderen Seite wünsche ich es mir, dass es mir gefällt. Ich habe aber Angst, dass ich mich verliere. So wie du dich verloren hast und ich weiß, dass du mich auffängst und mir hilfst, dem Strudel zu widerstehen. Ob ich das alleine schaffe, weiß ich nicht. Hier bei dir bin ich sicher. Ich gehe zu ihm, verbringe eine Nacht mit ihm und komme dann sofort zu dir. Können wir es so machen?"
    
    Clara war sehr zielstrebig. Nach dem Neujahrstag fuhr sie nach Berlin, packte ihre Taschen und Hannes holte diese ab und brachte sie zu mir.
    
    An diesem Tag sagte er mir auch, dass er eine Frau kennen gelernt hat, sich gut mit ihr versteht und mit ihr einen Neuanfang versuchen will. Ich wünschte ihm viel Glück.
    
    Am Sonntag kam Clara aus Berlin, war sehr schweigsam, ging auf ihr Zimmer und erst am nächsten Morgen kam sie sehr früh zu mir ins Schlafzimmer und kroch zu mir unter die Decke.
    
    "Halt mich fest, Mama, nimm mich bitte in den Arm. Ich brauche dich, halt mich fest."
    
    Sie kuschelte sich wie ganz früher an mich und schlief dann noch mal ein. Ich ließ sie schlafen und erst, als ich es nicht mehr aushielt, weckte ich sie und bat sie, mich aufstehen zu lassen.
    
    "Schatz, ich muss auf Toilette und mit meinem Gipsbein kann ich nicht über dich rüber kriechen. Bleib noch liegen, ich mache Frühstück und dann können wir reden, wenn du willst."
    
    Sie machte mir Platz und ich ging auf Toilette, machte mich frisch und ging dann in die Küche und machte ...