1. Wir haben uns verloren und unsere Liebe


    Datum: 11.10.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... 37, eine nicht mehr so schlanke kleine Person, die so langsam auftaut und wieder Nähe zulässt. Wir haben zwar noch nicht das Bett geteilt, doch ich fühle mich bei ihr wohl, vertraue ihr und werde sie nicht drängen. Ihr habe ich meine Geschichte erzählt und sie hat ganz genau nachgefragt und mir deutlich gemacht, dass ich bei dem damaligen Gespräch gravierende Fehler gemacht habe. Ich hätte viel tiefer nachbohren müssen, hätte die Motive meiner Frau viel stärker herausarbeiten müssen und dann entweder die versteckten Wünsche meiner Frau erfüllen oder ihr klar machen müssen, dass ich nicht mitspiele. Nun ja, sie hat gut reden, meine kleine Psychotherapeutin.
    
    Sie weis auch, dass ich meine Frau bei der kleinen Familienfeier anlässlich der Taufe meiner Enkeltochter treffen werde. Meine Einladung mitzukommen hat sie abgelehnt.
    
    "Jens, ich danke dir. Ja, ich könnte mir mehr mit dir vorstellen, aber lass mir Zeit. Ruf mich an, wenn du wieder hier bist, dann koch ich uns was Schönes."
    
    Ich hatte mich entschlossen, den Zug von Hamburg zu nehmen und mich mit meiner Tochter zu treffen. Das hatte auch den großen Vorteil, ihren jetzigen Freund, Liebhaber, Lebensgefährten etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Ines hatte eine Direktverbindung rausgesucht und für uns Plätze reserviert. Knapp 6 Stunden sollte genügen, um ihren Schatz ein wenig kennen zu lernen.
    
    Da Ines und ihr Freund noch länger in München bleiben wollen, hatte ich die Rückfahrt schon gebucht und Waldtraut gesagt, ...
    ... wann ich wahrscheinlich wieder da bin.
    
    Die Bahnfahrt war entspannt, wir unterhielten uns angeregt und dann kam die Frage, die ich eigentlich schon lange erwartet hatte.
    
    "Paps, wirst du Mama verzeihen und werdet ihr wieder zusammen kommen."
    
    "Schatz, ich weiß ja, dass du Kontakt zu deiner Mutter hast und ihr wahrscheinlich auch vergeben hast. Ich hasse sie nicht, habe damit abgeschlossen, aber verzeihen, nein, das kann ich nicht. Verzeihen hieße für mich, dass ich Verständnis für das Verhalten deiner Mutter habe und das habe ich nicht. Es ist vorbei und ich werde es deiner Mutter entweder jetzt in München sagen oder aber später. Und meine Bekannte hat da überhaupt nichts mit zu tun. Und ja, ich stelle euch Waldtraut bald vor. Wenn sie es will. Ich hätte sie auch mit nach München genommen. Aber sie wollte nicht. Und frag nicht, alles zu seiner Zeit."
    
    Die Taufe war schon schön und meine kleine Enkelin war aber auch eine Süße. Ulla sah gut aus und machte auch einen aufgeräumten fröhlichen Eindruck. Man sah, dass sie die Kleine sehr mochte und bei der Familie glücklich war.
    
    Trotzdem war unsere erste Zusammenkunft ein bisschen verkrampft. Nach dem Kaffee ging ich auf sie zu und fragte sie, ob sie ein paar Minuten mit mir spazieren kommt.
    
    "Ulla, ich wollte mit dir noch mal so persönlich wie möglich sprechen. Ich habe lange an der Sache geknabbert, bin aber nun zum Ende gekommen. Es ist zu Ende mit uns. Ich danke dir für die vielen Jahre des Zusammenseins, aber ich ...