1. Lukretia - Akt 1


    Datum: 14.10.2026, Kategorien: CMNF

    Kaiserin Lukretia hat eine harte Zeit erfolgreich überstanden. Ihr Intendant Hagen hat eine _besondere_ Zerstreuung für sie geplant โ€“ einen Urlaub, den sie niemals wieder vergessen wird. Handverlesene und größtenteils nichtsahnende Wachsoldaten werden mit der "Verwahrung" einer entflohenen Leibeigenen betraut. Eine Gruppe loyaler Elitesoldaten überwacht die nähere Umgebung der Zollburg. Trotz fehlender Detailkenntnisse hat Lukretia Hagens Vorschlag zugestimmt. Auch sie weiß letztendlich nicht, was auf sie zukommt.
    
    Graf Pankratz kniete mit gesenktem Haupt vor ihrem Thron. Fünf Jahre lang hatte er den Aufstand angeführt, ihr immense Kosten verursacht und sie zehntausende an Goldmark gekostet โ€“ von den entgangenen Steuereinnahmen ganz zu schweigen. Zweimal hatte sie ihre Generäle austauschen müssen und war letztlich selbst ins Feld gezogen, um ihre Position zu sichern. Ihre anderen, ach so treuen Vasallen, hatten ebenfalls besondere Aufmerksamkeit verlangt, damit sie ihr die Treue hielten. Der Krieg war vorbei, aber ihre eigentliche Arbeit begann erst jetzt. Sie hatte die Adligen in drei Kategorien eingeteilt: die Zuverlässigen, die Wankelmütigen und die Verräterischen. Und genau in dieser Reihenfolge würde sie sich nun um ihre Vasallen kümmern.
    
    Sie ließ die Verräter im Turm einsperren. Dort konnten sie vorerst keinen Schaden mehr anrichten. Nach und nach widmete sie sich in aufsteigender Reihenfolge ihren treuesten Vasallen. Gemeinsam mit Intendant Hagen hatte sie eine ...
    ... Liste erstellt, die es nun abzuarbeiten galt. Der junge Herzog Kreuzbach war die am wenigsten unangenehme Pflicht. Ihm gewährte sie schließlich eine Privataudienz. Von allen Vasallen war er nicht nur der loyalste, sondern stellte auch die größten und entscheidenden Truppen.
    
    Ihre Augen glitten über seine Gestalt, als er sich näherte. Jung und stählern, mit einer Entschlossenheit, die ihn von den schwachen und zögerlichen Männern unterschied, die in den vergangenen Jahren oft an ihrer Seite gestanden hatten. Es war nicht nur sein Intellekt oder seine Truppenstärke, die ihn unentbehrlich machte โ€“ es war auch seine stille Selbstsicherheit, die sie in einem seltenen Moment der Schwäche bei sich selbst bemerkt hatte.
    
    Intendant Hagens Ermittlungen hatten sehr zuverlässig ergeben, dass der junge Herzog sich seinem alten Herrn gegenüber ungehorsam gezeigt hatte. Lukretia fragte sich, was ihn wohl dazu veranlasst haben könnte. Ihre Gedanken schweiften einen Moment ab. Es war erstaunlich, welche Loyalität Männer zeigen konnten, wenn sie wussten, dass sie an der richtigen Machtquelle angeschlossen waren. Kreuzbach schien das zu verstehen โ€“ vielleicht besser als jeder andere. Sie unterdrückte ein Lächeln.
    
    Seine Klugheit beunruhigte sie, als er die unausgesprochene Frage in ihrem Gesicht unaufgefordert beantwortete:
    
    "
    
    Ich habe mich für Euch entschieden, weil weder die aufständischen Verräter noch mein eigener Vater eine tragfähige Vision für die Zukunft unseres Landes boten. ...
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