1. Lukretia - Akt 1


    Datum: 14.10.2026, Kategorien: CMNF

    ... Die Behauptung, eine Frau könne das Reich nicht führen, erschien mir keineswegs schlüssig. Zudem war ich nicht bereit, die halbgaren Machtansprüche Geringerer mitzutragen.
    
    "
    
    Sein Blick hielt ihren länger fest, als es nötig gewesen wäre. "
    
    Ich für meinen Teil stehe hier in froher Erwartung dessen, was noch kommen mag, vor Euch.
    
    "
    
    Lukretias Augenbraue hob sich kaum merklich, als sie den Ton in seinen Worten vernahm. Da war etwas – eine Spur von Herausforderung, aber auch Unterwerfung, das sie für einen Moment irritierte. Es war keine offene Provokation, sondern etwas Subtileres, Tieferes. Etwas, das ihr einen kurzen Schauer über den Rücken jagte, als sie den Raum für eine Antwort suchte.
    
    "
    
    Es gibt viele Dinge, Herzog Kreuzbach, die noch kommen mögen.
    
    " Ihre Stimme klang ruhig, doch in ihr keimte die Ahnung, dass dieser junge Herzog ihr in mehr als nur politischen Belangen von Nutzen sein könnte.
    
    Hagen kannte die Kaiserin schon länger, als sie ihn. Seine Loyalität war über jeden Zweifel erhaben, und das Vertrauen, das sie ihm entgegenbrachte, war uneingeschränkt. Doch genau dieses Vertrauen war es, das ihn oft beunruhigte. Vor allem in letzter Zeit, wo er ihre wachsende Nähe zu Herzog Kreuzbach beobachtet hatte. Kreuzbach – ein Mann mit Ambitionen, die kaum verborgen blieben, auch wenn er sie meisterhaft hinter seiner höflichen Fassade verbarg. Hagen spürte, dass der junge Herzog auf lange Sicht gefährlich werden könnte. Nicht wegen mangelnder ...
    ... Loyalität, sondern weil seine Ziele weiter reichten, als die Kaiserin vielleicht ahnte.
    
    Die Anstrengungen der letzten Jahre hatten ihre Spuren bei der Kaiserin hinterlassen. Ihre Entscheidungen, ihre Geduld, sogar ihre Härte – all das war überstrapaziert. Hagen erkannte in ihr eine Erschöpfung, die sie niemals zugeben würde. Ein Funke, der gefährlich zu verlöschen drohte, wenn sie nicht bald eine Möglichkeit fände, abzuschalten. Daher hatte er sich etwas Besonderes für sie ausgedacht – ein Szenario, das der Großteil des Adels wohl als „Verschwörung“ bezeichnen würde. Und er wusste, dass, wenn er sie zurück auf den rechten Weg bringen wollte – einen, der Kreuzbach in Schach hielt – sie zuerst den Kopf freibekommen musste.
    
    Er brauchte nur noch den Segen der Kaiserin selbst, um sich gegen sie „verschwören“ zu dürfen.
    
    "
    
    Eure Hoheit, ich habe etwas für Euch ersonnen. Etwas, das auf gar keinen Fall beschreiben werden darf. Nur so viel: Eure Sicherheit ist gewährleistet, und für die nächsten sechsunddreißig Stunden werden alle Staatsgeschäfte von Kanzler Freibach übernommen. Dieser ist eingeweiht, ohne über die Details informiert worden zu sein.
    
    "
    
    Lukretia war perplex ... und neugierig. Ihr Blick verdunkelte sich, als sie Hagens Vorschlag abwägte. Der Mann war nicht für willkürliche Einfälle bekannt – wenn er eine Idee hatte, steckte mehr dahinter. Doch diesmal war es anders. Intendant Hagen, der Mann, der seit jeher an ihrer Seite stand, sprach plötzlich von etwas, das ...
«1234...10»