1. La Feuille de Rose II


    Datum: 29.10.2026, Kategorien: Fetisch

    Kapitel Drei. Der Gärtnerbursche
    
    In der nächsten Woche bekam ich meine Kladde und einen teuer aussehenden Kugelschreiber, den mich mir anstelle eines Füllfederhalters auswählte. Damit verzog ich am liebsten auf eine Sitzgruppe weiter hinten im Garten, neben der eine schattenspendende Insel aus Bäumen und Büschen sich ebenso befand wie ein kleiner Teich mit einer Fontäne. Hier war sowieso mein Lieblingsplatz in der ganzen Anlage. Ich hatte die Villa im Blick und konnte hören, wenn ich gerufen wurde. Zugleich war ich mein Leben lang schon gerne mal allein mit mir, und genau das konnte ich hier sein.
    
    
    
    Mein Tagebuch
    
    Von Sonja von Weizsäcker
    
    Ausbildungsbeginn: 3. Juni
    
    Sonntag, 17. Juni
    
    Hallo Tagebuch! Oder wie fängt man an? In der Grundschule habe ich mal, für zwei oder drei Monate, ein Tagebuch geführt, seitdem aber nie wieder. Meine Madame gab mir nun diese Kladde, und sie sagte, ich solle jeden Tag etwas hineinschreiben, und sei es nur einen kurzen Satz. Meine Gedanken hätten hier aber Platz, und wenn ich ganze Romane schreiben sollte, bekäme ich auch noch ein neues Heft. Sie erklärte mir den näheren Sinn so, dass ich während meiner -- nun mal sehr speziellen -- Ausbildung sicher viele Fragen hätte, auch an mich selbst. Bin ich geeignet? Oder habe ich mir zuviel zugemutet und kann die Sache dann doch nicht durchziehen? Gibt es Phasen des Zweifels und solche der Zuversicht? Am besten würde ich mit meiner Rekrutierung anfangen, denn das Manon mich für ...
    ... dieses Institut angeworben hätte, sei mir ja wohl inzwischen klar geworden.
    
    Genau, das ist auch der Fall. Manon kam damals zufällig zu mir -- hat sie mir vermittelt. In Wirklichkeit war sie nicht auf der „Durchreise", sondern ich war das Ziel ihrer kleinen Exkursion. Sie sollte den Kontakt zu mir wiederaufnehmen, vertiefen, und mich „ganz nebenbei" neugierig auf La Feuille machen. Wenn möglich, sollte sie mit mir schlafen, auch das war ihr Auftrag.
    
    Manon hat mir hier vor Ort alles gestanden, und sie hat mich auch um Verzeihung gebeten, weil ich ja von ihr getäuscht worden bin. Und sie hätte -- das war mir wichtig zu hören -- sehr gern mit mir geschlafen, Auftrag hin oder her.
    
    Ich glaube ihr das. Manon ist lesbisch, und sie küsst mich hier oft so im Vorbeigehen. Und sie hat mich auf ihrem Zimmer, das neben dem von Colette liegt und das sie allein für sich hat, hier schon ein paarmal `verführt´.
    
    Wir haben zwischendurch immer wieder Zeit für Sex. Ich weiß nicht, ob solche Kontakte von den Ausbilderinnen gern gesehen werden (Manon sagt ja), aber ich gönne sie mir jedenfalls, und sie tragen dazu bei, dass ich mich hier wohlfühle. Luisa ist nett, aber nicht an lesbischem Sex interessiert, wie sie mittlerweile klar gesagt hat. Colette ist sogar sehr kühl zu mir, will mich nicht mal kennenlernen. Na ja, und weil es hier keine Männer gibt (außer einem Gärtner, der vormittags jeden Tag im Garten werkelt), mache ich wirklich gern mit Manon rum.
    
    A bientôt, Tagebuch, bis ...
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