1. Hochverrat oder was im Krieg nicht sein durfte


    Datum: 04.11.2026, Kategorien: Romantisch

    ... wirklich Ahnung zu haben und Fachmann zu sein.
    
    "Anton" brannte es den beiden Frauen als Erstes auf der Seele.
    
    Er lächelte und nickte. Ein gutes Zeichen und man sah, wie die Frauen sich etwas entspannten. Anton war in ein Lager in die Nähe von Dresden gebracht worden. Leider hatte Michail dort keine Befugnisse, versprach aber dennoch, sich mit dem dortigen Kommandanten in Verbindung zu setzen.
    
    "Wie geht's denn meiner kleinen Katja?" wechselte er das Thema und streckte die Arme nach ihr aus. Anastasia legte sie in seine Arme und als ob die Kleine wusste, wem sie vertrauen konnte, strahlte sie ihn heute zufrieden an.
    
    Mama brachte den Tee und einige selbst gebacken Kekse. Anna hingegen war neugierig und öffnete das Geschenk. Unglaublich! Wo hatte er das alles nur aufgetrieben?
    
    Als Erstes fiel ihr die Babyflasche in die Hände. Gefolgt von einem ordentlichen Vorrat an Milchpulver. Michail musste einen siebenten Sinn gehabt haben, denn seit einigen Tagen wurde Annas Milch immer weniger. Die monatelange Unterernährung und der Stress forderte seinen Tribut und geboten dem zierlichen Körper Einhalt.
    
    Das letzte Eingewickelte duftete verlockend. Eine Salami. Wurst hatten sie schon lange nicht mehr. Anna konnte ihr Glück kaum in Worten ausdrücken.
    
    "Bleiben sie zum Abendessen?" fragte Mama. Irgendwie wollte sie sich für seine Großzügigkeit revanchieren.
    
    Kartoffeln, Eier, Zwiebeln und einige Scheiben Salami ergaben heute ein Festessen, welches sie sich sonst nicht ...
    ... gönnen konnten.
    
    Während Mama in der Küche wuselte, unterhielten sich Anastasia und Michail. Annas Vater war vor dem Krieg Physikproffessor an einer Universität gewesen. In einem gehobenerem Umfeld waren Manieren wichtig und das gefiel Michail an ihr. Sie war klug und redegewandt. Anastasia blieb ihm keine Antwort schuldig. Er als ehemaliger Architekt, hatte so viel Dummheit kennengelernt, dass er Annas Gesellschaft sichtlich genoss.
    
    Als das Essen fertig war, bat sie auch den Bausoldaten an den Tisch, der ihre Tür repariert hatte.
    
    Dieser zögerte erst aber als sein Offizier, mit der Hand auf den Stuhl neben sich zeigte, nahm er Platz. Man merkte, dass er sich unwohl fühlte. Michail war im Rang um vieles höher gestellt als er und im Normalfall, würden sie Welten voneinander trennen.
    
    Anastasia sprach ihn an und fragte ihn nach seinem Namen. Schnell war er in das Gespräch mit eingebunden und erzählte von seiner Heimat. Als Mama das Essen brachte gab er seine letzte Zurückhaltung auf.
    
    Sie aßen und redeten wie alte Freunde. Michail spielte ab und an den Übersetzer oder berichtigte Anna, wenn sie Mama den Sinn nicht richtig wieder gab. Anastasia hatte in letzter Zeit viel deutsch gelernt und konnte sich jetzt schon redlich mit Antons Mutter unterhalten.
    
    Der Abend neigte sich dem Ende. Die Frauen hatten den Tisch abgeräumt und die Männer machten sich zum Aufbruch bereit. Michail gab seinem Soldaten einen Befehl. Dieser stand sofort stramm und wusste, dass jetzt der ...
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