1. Hochverrat oder was im Krieg nicht sein durfte


    Datum: 04.11.2026, Kategorien: Romantisch

    ... vermuten.
    
    Jetzt saß er dem Feind gegenüber. So hübsch hatte er die Russen nicht erwartet. Er saß gewaltig in der Zwickmühle. Kollaboration mit dem Feind oder geflohene Gefangene verstecken, wurde mit sofortigem Erschießen bestraft.
    
    Anton musste aber gar nicht mehr darüber nachdenken. Es waren seine Tageshöhepunkte, sich mit ihr zu treffen.
    
    Anton versuchte ihren Namen zu wiederholen: "Anasthia". Da er ganz leicht lispelte bekam er den Namen nicht so recht über die Lippen.
    
    Sie lachte laut auf.
    
    "Anna" sagte sie, in dem sie ihm den Kosenamen nannte, mit dem ihr Vater sie immer rief.
    
    Den Namen konnte Anton gut aussprechen, obwohl ihm Anastasia besser gefiel.
    
    Beiläufig sah er ein Stück des Papiers in dem seine Brote manchmal eingewickelt waren. Anna hatte mit der Holzkohle aus dem Feuer versucht zu malen. Das Bild sah fantastisch aus, selbst mit diesen primitiven Materialien.
    
    In Anton reifte ein Plan. Von seinem Schulzeug waren noch so viele Stifte, Griffel und Pinsel übrig und lagen ungenutzt zu Hause.
    
    Er packte alles, was er für nötig hielt zusammen. Heute machte er sich extra eine halbe Stunde früher auf den Weg. Seine Mutter schaute ihn fragend an aber sie wusste, dass sie einen guten Sohn hatte und stellte darum keine weiteren Fragen.
    
    Sie kannten sich nun schon fast 3 Wochen. Anton kam mit dem Päckchen in der Hand in die Höhle. Er war aufgeregt, wie Weihnachten vor dem Geschenke auspacken.
    
    Anton streckte seine Hände aus und reichte ihr das ...
    ... kleine Päckchen.
    
    Völlig überrascht nahm Anna, es entgegen. Sie zeigte noch einmal ungläubig mit dem Finger auf sich.
    
    "Ja, das ist für dich" bestätigte ihr Anton noch einmal, obwohl sie mehr seine Geste als seine Worte verstand.
    
    Langsam und bedächtig öffnete sie die Paketschnur. Stifte, Papier, Pinsel, Wasserfarben. Ihr stiegen die Tränen in die Augen.
    
    Der unerfahrene Junge erschrak. Er wollte sie doch nicht traurig machen.
    
    Anna war nicht traurig. Es waren Tränen des Glücks. Früher hatte sie gern gemalt aber seit der Krieg im Gange war....
    
    Überglücklich umarmte sie Anton, der fast umfiel. So stürmisch war sie.
    
    Vorsichtig legte er seine Arme um ihren zierlichen Körper. Unendlich war dieser Moment des Glücks.
    
    Leider musste er wieder zum Dienst. Ihre Umarmung hatten sie schon längst gelöst. Sie war selber von ihrer emotionsgeladenen Aktion so überrascht, dass sie schnell wieder zurück zuckte. Nur widerwillig stand er auf. Er wäre so gern bei ihr geblieben und hätte ihr beim Malen zugeschaut.
    
    Die Umarmung hatte es ihm bewusst gemacht. So hübsch und süß sie auch war, wenn sie sich freute, so übel müffelte sie aber auch nach Wochen ohne Wäsche.
    
    Diese Woche hatte Anton Tagdienst und kam jeden Tag kurz nach dem Kirchenläuten. Anna hatte seinen Dienst Rhythmus schnell ausgemacht und wartete schon auf ihn.
    
    Anton blieb heute nur kurz, machte ihr aber verständlich, dass er später noch einmal kommen würde.
    
    Es war kurz vor Mitternacht als Anton zurück kam. ...
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