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Quarantäne in Kapstadt
Datum: 17.04.2020, Kategorien: 1 auf 1,
... So sollte eigentlich ein ganz normaler Tag in Quarantäne verlaufen, oder? Fast. Beatrice bleibt spitz, als ob sie die "Verschnaufpause" ständig sabotieren möchte. Sie ist kokett und geht dabei so hauchfein vor, dass man ihr keinen Vorwurf machen kann. Doch ich spüre es, es steht ihr aufs Gesicht geschrieben. Das Ziel des Ganzen verstehe ich allerdings nicht. Noch nicht... *~*~*~* Am Morgen des siebten Tages unserer Quarantäne stehen wir früh auf, machen Frühstück und verzehren dieses auch ziemlich schnell. Nach einem sexfreien Tag scheinen wir alle irgendwie disziplinierter zu sein. Kein Wunder, denn wir sind ausgeschlafen und fit. Eine Stunde später klingelt das Telefon. Maries Kontaktperson aus der Behörde lässt uns wissen, dass wir gegen Einwurf einiger Geldscheine berechtigt seien, vor Ablauf der zehn Tage einen Test machen zu lassen, womit wir unsere Quarantäne vorzeitig beenden könnten. Als Marie das Handy weghält und uns ebendiese Information mitteilt, wartet sie mit einem fragenden Blick auf unsere Antwort, die eigentlich eindeutig sein sollte. Doch es stellt sich ein Zögern ein. Lange Sekunden des Schweigens vergehen. Plötzlich geht Beatrice zu Marie hin, schnappt sich das Telefon und erklärt, dass wir diese Option nicht nutzen möchten, und verabschiedet sich. Dies alles geschieht so schnell, dass weder Marie noch ich eine Möglichkeit haben, dagegen in irgendeiner Weise zu protestieren oder gar sie aufzuhalten. Dann legt Beatrice das Handy wieder ...
... in Maries Hand und sieht mich triumphierend an. Sie trägt ein spöttisches Lächeln auf den Lippen und feuert mit einem provokativen Blick. Daraufhin braucht es nur eine Millisekunde und meine schlummernde Lust erwacht. Sie explodiert förmlich. Diese Aktion war nämlich nicht von ungefähr. Ganz bestimmt nicht! Ich gehe auf Beatrice zu und -- während Marie uns fassungslos zuschaut -- flüstere ich: "Das ist nicht aus der Laune heraus passiert. Du hast noch etwas vor, nicht wahr?" "Wir haben noch Zeit nötig", antwortet sie ebenfalls mit leiser Stimme, damit Marie uns nicht hört. "Zeit wofür?" "Du hast noch Zeit nötig", korrigiert sie ihre Aussage. Ihr Blick könnte dabei herausfordernder nicht sein. Was hat dieses Weibsbild denn getrunken oder gegessen, dass sie sich zu solchen Taten hinreißen lässt? Hat diese sexuelle Abstinenz von bisschen mehr als einem Tag sie so durcheinandergebracht? Ist es ein plötzlicher Gemütswechsel verursacht durch ihre nahenden Wechseljahre? Oder doch ein Nebeneffekt der Neubewertung ihres Lebens nach ihrem Suizidversuch? Dann diese rätselhaften Andeutungen. Während ich fieberhaft versuche, den Hintergrund ihrer Tat zu klären, haften ihre Augen immer noch an mir. Als wollte sie mir etwas suggerieren. Mir blitzt ein Gedanke durch den Kopf: das Forcieren. Brauchen wir mehr Zeit, weil sie noch etwas vorhat, noch etwas ausprobieren will? Gibt es da etwas, was wir noch nicht gemacht haben, aber es so offensichtlich ist, dass wir es machen ...