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Quarantäne in Kapstadt
Datum: 17.04.2020, Kategorien: 1 auf 1,
... hin, wobei ihr Körper zum Badewannenrand gewandt ist -- also zu mir. Ich weiß, was sie will. Im Licht der heutigen Ereignisse ist es fast schon logisch. Ich gehe zur Wanne hin und begieße sie. Mein Strahl besudelt ihre Brüste und ihren Bauch. Mit geschlossenen Augen und einem breiten Lächeln empfängt sie meinen Sekt, als wäre er die Quelle des ewigen Lebens. Ich erkenne sie kaum wieder (oder es ist nur der Alkohol). Als die Tropfen versiegen, öffnet sie die Augen, piepst ein "danke" und nimmt den Duschkopf, um sich zu waschen. Eine unendliche Müdigkeit überfällt mich. Ich lege mich und schlafe sofort ein. *~*~*~* Noch vor Sonnenaufgang wache ich auf. Ich habe einen Kater, Schmerzen am Mund und Glied und stinke. Ich schaue mich in der unteren Etage um. Die beiden liegen auf dem Sofabett, sind nackt und schlafen noch. Es riecht nach Möse. Was haben sie wohl getrieben, nachdem ich schlafen gegangen bin? Wahrscheinlich will ich es gar nicht wissen. Der Tag vergeht schnell und ohne viel reden. Wir sind alle geschlaucht und müssen die Spuren unseres Treibens beseitigen. Laken waschen, Sofabezug schrubben, abwaschen, staubsaugen, Boden wischen und vieles mehr. Dann noch Tests machen lassen, dem Ergebnis nachrennen und zum Flughafen für den Nachtflug. Erst als wir im Flugzeug sitzen, wird es ruhig. Wir sind zwar hundemüde, aber erleichtert. Beatrice sitzt ...
... neben mir, Marie hat ihren Platz einige Reihen weiter vorne. "Wie geht es dir?", frage ich, als der Flieger die Startposition aufnimmt. "Bisschen müde, aber es geht", antwortet sie schnell. "Nein. Ich meinte, wie es dir wirklich geht." Sie schaut mir tief in die Augen: "Gut. Mir geht es wirklich gut. Ich liebe das Leben! Danke für alles!" Ja, nach solchen unfassbaren Tagen ist das Leben wirklich schön. Sie fügt noch hinzu: "Mit dem Exzess hattest du recht. Aber erst der von gestern war so einer, der mich weiterbrachte. Mir war heute den ganzen Tag schlecht, schwindelig und übel. Aber da waren sie, die wegweisenden Gedanken, so kristallklar." Was eine Frau nicht alles benötigt, um sich zu entscheiden... Aber ich freue mich für sie. "Und? Wie geht es weiter?" "Ich glaube, ich möchte jetzt erst einmal keine Wurzeln. Ich will in die weite Welt hinaus. Das Haus werde ich verkaufen, aber ich lasse mir Zeit mit dem Auflösen des Haushalts. Ich will alles einzeln anschauen, erinnern und prüfen, ob ich es noch brauche. Alles, bis auf den letzten Teelöffel. Das wird eine Weile dauern, bestimmt einige Wochen oder eher Monate. Ich hoffe, ihr beiden habt noch ab und zu Zeit für ein kleines Treffen, bevor ich dann fortsegle." Wir erreichen die Reiseflughöhe. Schmunzelnd sieht sie mich an und schläft ein. Mit Beatrice gibt es wohl immer eine Fortsetzung...