-
Gegen alle Widerstände
Datum: 29.11.2020, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... schäkern? Die sind alle verheiratet, also lassen sie ihre Finger von ihnen." Sie schaute ihn herausfordernd an. Ach so, jetzt war er wieder daran Schuld, wenn Tanja und Marianne ihm etwas mehr als die übliche Aufmerksamkeit zukommen ließen. "Darf ich mal fragen, was Ihnen daran nicht passt? Was stört Sie daran, dass ich die Frauen male und zeichne? Weil Sie es nicht sind? Sie würde ich auch sehr gerne einmal zeichnen, Frau Hallmeier. Sie sind sehr hübsch und attraktiv und das würde sicher ein schönes Bild werden." "Ich lass mich doch nicht von jedem dahergelaufenen Anstreicher zeichnen. Da braucht es schon einen Könner, Herr Gröbner." Gregor bemühte sich, den "dahergelaufenen Anstreicher" zu überhören. "Gerber ist mein Name, Gerber", erwiderte er. "Egal", erwiderte Silke. "Sie malen mich nicht, Herr Gröbner." "Ich heiße immer noch Gerber, Silke", meinte Gregor leicht angesäuert. Diese Frau legte es offensichtlich darauf an, ihn bis aufs Blut zu reizen. "Sagen Sie nicht Silke zu mir, sie Unsympath," fauchte Silke ihn an. "Für Sie bin ich immer noch Frau Hallmeier, Herr Gröbner. Wir sind ja schließlich nicht verheiratet." Je wütender sie wurde, desto schöner kam sie ihm vor. Trotzdem musste er ihr jetzt Paroli bieten und durfte sich nicht unterbuttern lassen. "Verheiratet? Mit Ihnen? Das verhüte der große Gasförmige", meinte Gregor. "Da kenne ich schönere Todesarten, Frau Hohleimer." Mit falschen Namen um sich werfen, das konnte er ...
... auch. Silke trat noch einen Schritt näher zu Gregor und schaute ihn böse an. "Wissen Sie was, sie Ekel? Wenn ich mit Ihnen verheiratet wäre, dann würde ich Ihnen Gift in ihren Kaffee schütten, Herr Gerber." (Da schau her. Diesmal der richtige Name. Na also, es ging doch!) "Wissen sie was, Frau Hallmeier? Wenn ich mit Ihnen verheiratet wäre, ich würde ihn trinken. Dann hätte ich wenigstens meine Ruhe vor Ihnen. Lieber im Wald bei der wilden Sau, als daheim bei ´ner bösen Frau." K l a t s c h!!! Silke hatte ihm eine schallende Ohrfeige verpasst. Gregor´ s Kopf flog zur Seite, seine Wange brannte und wurde heiß, aber er rührte sich nicht. "Obwohl Silke Gerber ja auch nicht schlecht klingen würde, nicht wahr, Frau Hallmeier?" Silke stand reglos da, schaute ihn fassungslos mit feuerrotem Kopf an und musste diese erneute "Unverschämtheit" Gregors erst einmal verdauen. Dann drehte sie sich wortlos auf der Stelle um, setzte sich ihre FFP2-Maske auf, packte ihren Einkaufswagen und stürmte an Gregor und den anderen vorbei. Und mit jedem Schritt wanderte ihr Kopf nach links und nach oben, als wollte sie Gregor, der rechts saß, auf keinen Fall mehr ansehen. Sie starrte angespannt in die Luft, als suche sie einen Ast, an dem sie sich in die Bäume schwingen könnte. Wie in wütender Schimpanse. Gregor musste ob dieses blödsinnigen Vergleiches grinsen. Und seine Wange schmerzte immer noch von ihrem Schlag. Helmut und Manfred hatten dem Ganzen erstaunt und sprachlos ...