1. Drei neue Wege zum Glück 09


    Datum: 13.05.2021, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... versuchte nun, sich so zu legen, dass sie es über die Nacht wenigstens halbwegs gemütlich haben würde. In der Zwischenzeit hatte sich Sandra wieder zu uns gesellt und stellte Michaelas Fressnäpfe, gefüllt mit Wasser und den üblichen Brot, Wurst und Käsewürfeln gegenüber Michaelas Schlafgemach auf.
    
    Steffen: „Willst du noch mal Gassi gehen bevor du schläfst?"
    
    Michaela sah mich kurz fragend an. Aber sie verstand sehr schnell.
    
    Michaela: „Wuff."
    
    Steffen: „Dann aber schnell jetzt. Los, da an der Hecke kannst du dich erleichtern."
    
    Michaela eilte auf die nahegelegene Hecke zu. Noch auf dem Weg dachte sie bei sich, dass das doch wohl nicht wahr sein könnte. Sie wusste genau, was wir nun von ihr erwarteten. Die sollte wie eine richtige Hündin das Bein heben und in die Büsche machen. War sie dazu wirklich bereit? Sich hinzugeben und wie sich wie ein Tier zu verhalten? Innerlich schauderte sie, doch sie hatte sowieso keine andere Wahl. Sie musste schon seit längerer Zeit, hatte sich jedoch nicht getraut, etwas zu sagen. Und um einer Strafe zu entgehen musste sie einfach mitmachen. So positionierte sie sich schließlich längs zur Hecke, hob ihr Bein und versuchte so gut es ging ihren Strahl in das Dickicht zu lenken. Die letzten paar Tropfen jedoch liefen ihr an der Innenseite ihres Schenkels hinunter. Doch die Erleichterung war das wert. Sie senkte das Bein und kroch unaufgefordert in die Hütte zurück. Dort angekommen drehte sie sich um und sah uns nochmals fragend ...
    ... an.
    
    Steffen: „Brave Hündin. Du darfst jetzt fressen und dann schlafen. Die Hütte werden wir zuschließen, damit niemand unser neues Haustier klauen kann. Noch was: du rührst den Lichtschalter nicht an. Wenn das Licht aus ist, dann bleibt es auch aus. Ist das klar?" Michaela: „Wuff."
    
    Steffen: „Gut, dann bis morgen."
    
    Ich knipste das Licht aus, schloss dir Tür und ging mit Sandra zurück ins Haus. Auch wenn wir mehr Schlaf hatten als Michaela, fehlte uns doch ein gutes Stück und ihre Ausbildung ist auch für uns anstrengend. So duschten und wuschen wir uns noch, und legten uns dann beruhigt schlafen.
    
    Michaela indes war alleine in der Dunkelheit zurückgeblieben. Durch die dünnen Wände der Hütte und die diversen Spalten, die sich im lauf der Zeit gebildet hatten, hörte sie die Geräusche der Nacht. Eine Eule rief irgendwo im Wald und ab und zu hörte sie ein leises rascheln der vom Wind bewegten Blätter.
    
    Sie stürzte sich nicht sofort auf ihr Abendbrot. Sie verharrte zunächst noch und schloss die Augen. Auch dieser Tag war geschafft, dachte sie sich. Doch sie wusste nicht mehr, wieviele Tage inzwischen vergangen waren. Sie wusste nur, sie hatte noch ein paar vor sich.
    
    Die Versuchung lag ihr nahe, sich wenigstens hier in der Hütte etwas von ihrem Mensch sein zurückzuholen, und endlich wieder die Finger zum essen zu benutzen, anstatt einfach alles mit dem Mund aufzuschnappen. Endlich meldete sich aber auch ihr Hunger zu Wort. Schnell beugte sie sich hinunter. Sie tastete sich so ...