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Valerie - Geschichte eines Lebens
Datum: 25.06.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen,
... unterbreiten." „Was willst du?" „Ich fahre nach Cornwall für ein paar Tage. Wie wäre es, wenn du mich begleitest? Ich lade dich ein." Sue begann zu lachen. Es war hämisch und verletzend. Sie lachte mich aus. „Scheiße. Jetzt willst du mich auch noch verarschen." Jeden anderen hätte ich an dieser Stelle fertig gemacht, ihn zerstört, mit meinen Waffen geschlagen. Jedoch nicht diese Zwanzigjährige. „Bitte, höre mir zu. Gib mir nur noch eine Chance." „Ich erwarte Kundschaft." Sie stieß die Tür wieder gegen meinen Fuß. Es schmerzte fürchterlich. „Geh, und komm nie wieder." „Ich zahle, was du willst", flehte ich. Diesmal waren es wirklich meine Tränen, die mir über die Wangen liefen. „Aber bitte begleite mich." „2000 am Tag", zockte sie. „Kein Problem", sagte ich und sah, wie ihre Miene sich verfinsterte. Sie schien überrascht von meiner Zustimmung. „Scheiße, nein." Geknickt verließ ich das Haus und trat in den strömenden Regen. Die eisigen Tropfen durchdrangen meine Kleidung und ich spürte, wie sich eine Kälte in mir ausbreitete. Noch nie hatte ich so verzweifelt geweint. Es war, als ob jemand einen wichtigen Baustein meines Lebens herausgerissen hätte. Ein unbekannter Schmerz durchzog meinen Körper, und Übelkeit stieg in mir auf. Ich öffnete die Wagentür und stieg ein. Der Motor brummte, doch ich konnte mich nicht dazu bringen, loszufahren. Der unablässige Regen prallte gegen die Windschutzscheibe und verstärkte den Trommelklang, der meine Seele ...
... peinigte. „In Ordnung", riss Sue mich aus meinem Schmerz. „Keine Spielchen mehr, und du zahlst alles." Sie schleuderte die Einkaufstüte mit den hastig zusammengesuchten Sachen auf den Notsitz. Es war nicht viel, wahrscheinlich alles, was sie besaß. Wir mussten dringend einkaufen gehen, dachte ich und ein echtes Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus. Es war ein aufrichtiges Lächeln, das von Dankbarkeit und Erleichterung geprägt war. Ich legte den Gang ein und lenkte das Fahrzeug aus der Stadt heraus. Die bekannten Straßen und Gebäude verschwanden nach und nach, während wir uns dem ruhigen Umland näherten. Die Hektik und der Lärm der Stadt wurden von der Stille der Natur abgelöst. Es fühlte sich an, als würde ich mich von den Fesseln des Alltags befreien und eine andere Welt betreten. Während wir durch die Landschaft fuhren, herrschte zwischen uns eine beinahe greifbare Stille. Kein Wort wurde gesprochen, nur die leise Musik aus dem Autoradio begleitete unsere Reise. Die Worte waren überflüssig, denn in diesem Moment ging es nicht um Konversation, sondern um Innenschau. Der Motorway vor uns erstreckte sich wie ein Weg in meine Seele. Mit jedem Kilometer, den wir zurücklegten, wurde ich einsamer mit meinen eigenen Gedanken. Ich hatte Zeit, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen und die Turbulenzen meines Lebens zu reflektieren. Es war eine Reise in die Vergangenheit, eine Gelegenheit, meine Erfahrungen und Entscheidungen Revue passieren zu lassen. Bislang ...