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Valerie - Geschichte eines Lebens
Datum: 25.06.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen,
... hatte ich mich noch nie richtig verliebt. Das Gefühl, Schmetterlinge im Bauch zu haben und von Vernunft und Verstand beraubt zu sein, war mir fremd. Ich hatte kein Vertrauen in die Liebe. Die Vorstellung, jemanden durch das Leben zu begleiten, Rücksicht zu nehmen und meine eigenen Wünsche zurückzustellen, war für mich abschreckend. Für mich waren Geld und Karriere der Schlüssel zum Erfolg, und das war es, worauf ich mich konzentrierte. Ich hatte zwar Freunde, aber sie waren eher Sexpartner als Lebenspartner. Das war meine Welt, mein Fachgebiet, das ich frühzeitig erkundete. Ich war offen für alles. Es war mir egal, ob es um Frauen oder Männer ging, Hauptsache war, dass ich verschiedene sexuelle Variationen ausleben konnte. Ich ließ mich nehmen, ich verwöhnte Frauen, ich schluckte Sperma, ich genoss auch den Natursekt. Keine sexuelle Praktik war mir fremd. Erst ausprobieren, dann entscheiden - das war mein Motto. Und ich genoss jede Spielart. Es bereitete mir Freude zu dominieren und gleichzeitig auch benutzt zu werden. Ich liebte es zu verführen und selbst verführt zu werden. Ich war sowohl aktiv als auch passiv, mal die dominante, mal die devote Seite. Ich genoss es, die Kontrolle zu haben, aber auch die Kontrolle abzugeben. Doch echte Liebe? Dafür hatte ich weder Zeit noch Geduld. Es war nicht in meinen Plänen vorgesehen. Ich war zu sehr damit beschäftigt, meine eigenen Bedürfnisse zu erfüllen und mich sexuell auszuleben. Die Vorstellung, mich emotional auf ...
... jemanden einzulassen und mich um eine echte Partnerschaft zu kümmern, war für mich eine zu große Belastung. Mein Fokus lag auf dem Hier und Jetzt, auf der Erfüllung meiner eigenen Wünsche und Bedürfnisse. *** Cap d'Adge vor 24 Jahren - Abschlussfahrt Aus den Lautsprechern des Radios dröhnte der Song von Britney Spears, während Michelle enthusiastisch mitsang. Sie tanzte auf dem wackelnden Tisch, der beinahe unter ihren energischen Bewegungen nachgab. Ihr kurzes Kleid hüpfte im Rhythmus der Musik und gewährte uns einen flüchtigen Blick auf ihren geblümten Baumwollslip. Mit einer Haarbürste in der Hand sang sie ins fiktive Mikrofon. "Calm down!", rief Claudine ihr zu, der Lärm war ohrenbetäubend. "Der Tisch bricht gleich zusammen." Claudine war die Größte von uns, mit langen blonden Haaren und auffällig grünen Augen. Ihr schlanker Körper machte sie zur begehrtesten Person des Abschlussjahrgangs. Sie war hübsch, aber leider nicht mit einem Übermaß an Intelligenz gesegnet. Sie war naiv und dumm. Meine Freundin trug einen kurzen blauen Rock, der mit überknielangen Strümpfen kombiniert war. Die dicken Sohlen ihrer Doc Martens erinnerten an Zigarettenschachteln, die wir heimlich in die Unterkunft geschmuggelt hatten. Unter ihrem T-Shirt mit dem Schriftzug einer fiktiven amerikanischen Universität wippten ihre großen Brüste. Sie trug keinen BH. Ich selbst war die unauffällige von uns dreien. Mit einem Plastikbecher in der Hand saß ich auf dem Sofa, trank den billigen ...