1. Valerie - Geschichte eines Lebens


    Datum: 25.06.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... sollten.
    
    Die Wagners waren beide Mitte fünfzig, wobei June einige Jahre jünger aussah. Sie war zweifellos die attraktivere von beiden - schlank, sportlich und mit den richtigen Kurven an den richtigen Stellen. Ihr selbstbewusstes Auftreten war jedoch künstlich, genauso wie ihr geliftetes Gesicht. June versuchte mit aller Macht, ihre Jugend zu bewahren.
    
    Benjamin hingegen ähnelte seinem tierischen Namensvetter in seiner Korpulenz. Sein maßgeschneiderter Anzug war notwendig, da er keine passende Konfektionsgröße finden konnte. Das Gesicht war rund und fettig, und hinter den fast geschlossenen Augen konnte ich nur erahnen, wo sich die Pupillen befanden. Seine Stimme war unverhältnismäßig hoch und passte nicht zu seiner Fülle - fast schon quietschend. Das Thema Haare schien für ihn längst der Vergangenheit anzugehören, stattdessen prangte eine kahle Stelle auf seinem Kopf.
    
    „Wir werden sicherlich zu einer Einigung kommen, was die Zahlen betrifft", sagte ich selbstsicher und lächelte. „Ich werde mich mit dem Vorstand zusammensetzen und meinen Prüfungsbericht vorlegen. Natürlich könnte dieser deutlich positiver ausfallen, wenn ihr mir entgegenkommt."
    
    „Miss Villeneuve, ich verstehe nicht ganz", beschwerte sich June, die mit überschlagenen Beinen auf der eleganten Couch im Chillout-Raum saß. Ihre Pumps schwangen an ihren Zehen, offensichtlich schmerzten die engen Schuhe. „Worauf möchten Sie hinaus?"
    
    „Valerie, nennen Sie mich ruhig Valerie", erwiderte ich gelassen, ...
    ... während ich meine Jacke auszog und sie über einen Stuhl hängte. Dann drehte ich den Stuhl um und nahm Platz, um die beiden aufmerksamer beobachten zu können. „Nun, sehen wir es mal so. Die Mitarbeiter sind nicht glücklich mit eurem Führungsstil. Ben, du hast keinen Kontakt zum Personal, und du, June, wirst angeblich als herrschsüchtige Furie angesehen, die alles mit harter Hand lenkt."
    
    Benjamin wollte gerade etwas sagen, als seine Frau ihm ins Wort fiel. „Wer behauptet so etwas?"
    
    „Ich werde es dir gerne verraten, wenn du mir eine kleine Freude bereitest", entgegnete ich.
    
    „Was möchtest du? Geld?", wehrte sich der beleibte Mann.
    
    „Ach was", winkte ich ab. „Materielle Dinge interessieren mich nicht. Etwas Zuneigung, das ist alles."
    
    Die Wagners warfen sich gegenseitig Blicke zu. Dann sah ich, wie sie anfingen zu schmunzeln. „Und wie stellst du dir das vor?"
    
    „Ihr ladet meine Freundin und mich heute Abend zu euch ein, und dann sehen wir, was sich ergibt", antwortete ich.
    
    „Um acht Uhr?"
    
    „Wir werden pünktlich sein", erwiderte ich. „Aber eines vorweg: Meine Freundin bevorzugt einen etwas härteren Umgang."
    
    ***
    
    In New York gab es Edel-Prostituierte, die für alles offen waren. Es gab aber auch einen Distrikt in dem Frauen ihre Körper billig zur Verfügung stellten. Nachdem ich zwei Cabdriver danach fragte und wieder vor die Tür gesetzt wurde, war der dritte wesentlich zuvorkommender. Er fuhr mich durch das abendliche Manhattan, über die Church Street der ...
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