1. Valerie - Geschichte eines Lebens


    Datum: 25.06.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... ich künstlich und hoffte, dass sie nichts bemerkte.
    
    „Ich habe richtig lang geschlafen und fühle mich wie neu geboren." Sue küsste meine Wange und ich zuckte zusammen wie vom Blitz getroffen. „Was hast du?"
    
    „Nichts. Ich glaube, ich brühte irgendwas aus. Vielleicht habe ich mich erkältet", log ich, um meine wahren Gefühle zu verbergen.
    
    „Möchtest du nach Hause fahren? Du hast mich noch für drei Tage gebucht, und es wäre schade um das Geld", sagte Sue und lachte. „Bis jetzt habe ich es mir eigentlich noch nicht verdient."
    
    Doch das hast du, sagte eine Stimme in meinem Kopf, die nur ich vernahm. Das hast du dir redlich verdient.
    
    „Hast du eigentlich einen Führerschein?", fragte ich leise.
    
    „Sicher habe ich einen", schmunzelte Sue und biss in das warme Croissant. Dann nuckelte sie an ihrem Kaffee. „Wieso fragst du?"
    
    „Wolltest du schonmal einen Porsche fahren?" Ich zwang mich zu einem Lächeln.
    
    „Du meinst, ich soll deine Rakete fahren?"
    
    Ich warf ihr den Autoschlüssel zu. „Mach dir einfach einen schönen Tag. Ich gehe wieder ins Bett. Heute Abend geht es mir bestimmt besser."
    
    Dann legte ich ihr noch meine Geldbörse auf den Tisch und verschwand mit leerem Magen ins Schlafzimmer. Tränen liefen meine Wange entlang.
    
    ***
    
    New York, vor 4 Jahren - Rückkehr
    
    Es war Hochsommer und die Sonne strahlte zwischen den Wolkenkratzern hindurch und tauchte Manhattan in ein goldenes Licht. Die Hitze stand in der Häuserschlucht und brachte die Stadt zum Kochen. Die ...
    ... Luft war stickig. Es stank.
    
    Heute war mein letzter Tag in der Stadt, die niemals schlief. Sechs Jahre hatte ich die Außenstelle geführt, die Villa in Queens bewohnt und ihr mein eigenes Flair verpasst. Richtig zu Hause fühlte ich mich aber nie. Mir fehlte London, ich vermisste Paris und freute mich auf Mevagissey. Ich hatte keine Freunde gefunden, hatte mich aber auch nie auf die Suche gemacht. Die Tage verbrachte ich im Büro, die Nächte in zwielichtige Clubs. Ich bestellte mir Männer nach Hause, fickte Kerle auf den Toiletten irgendwelcher Bars und leckte Mösen von Frauen, die mir diese Leistungen anboten.
    
    Megan war eine von ihnen. Ich war sowas wie ihre Stammkundin geworden. Sie hatte keine Probleme mit meiner Blasenschwäche, was mir sehr entgegenkam. Denn nach 72 Monaten hatte ich gefühlt alle Prostituierten von New York durchgetestet.
    
    Sie war es auch, die mir den Tipp mit Ashley gab. Ich wollte mir zum Abschied nochmals etwas Ungewöhnliches gönnen. Ich wollte eine Amanda, aber eine Amanda, die auch Spaß an ihrer Arbeit hat, gut aussieht und keine Probleme mit meiner Schwäche. Eine, die mich führt, mich benutzt.
    
    Die Schränke waren bereits leer und die Villa glich einem verlassenen Anwesen, dessen Besitzer auf einen Nachmieter wartete. Sie war frisch gereinigt, wie ich auch. Ich hatte geduscht, mir zum ersten Mal die Schamhaare entfernt und fühlte mich nicht wie Ende dreißig. Ich war jung.
    
    Meine Haare frisierte ich frech, denn ich wollte mir ein jugendliches ...
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